21. April 2017

Wussten die Erbgroßherzogs überhaupt, wer da vor ihnen saß?

Interview mit Guillaume und Stéphanie in „Paris Match“

Caroline Mangez. Die langjährige Journalistin der Zeitschrift „Paris Match“ ist spezialisiert auf Interviews. Ende April führte sie ein Interview mit Luxemburgs Thronfolgerpaar. Doch Guillaume und Stéphanie wussten nicht, wen sie da vor sich hatten.

Caroline Mangez gehörte Ende der 90er Jahre zu den investigativen Journalisten der ansonsten eigentlich sehr zurückhaltenden Paris Match. Die heutige Chefredakteurin des Ressorts „Aktuell“ der Zeitschrift war unter anderem eine der „sehr unbequemen“ Journalistinnen in der Dutroux-Affäre. Der Kinderschänder-Fall erschütterte 1996 nicht nur Belgien, sondern ganz Europa.

Waren Erbgroßherzog Guillaume und Ehefrau Stéphanie sich bewusst, dass Mangez insbesondere den damaligen belgischen König Albert II. im Zusammenhang mit der Dutroux-Affäre im Visier hatte. Die investigative Journalistin recherchierte gegen den König im Graubereich der Dutroux-Affäre. Sie sprach exklusiv mit den beiden überlebenden Opfern Sabine Dardenne und Laetitia Delhez und wurde damals auch von belgischen Geheimdienstlern an ihrer Arbeit behindert und sogar bedroht.

Albert II. von Belgien ist der Bruder der ehemaligen Luxemburger Großherzogin Joséphine-Charlotte. Die Oma von Guillaume.

In der Folge ihrer damaligen Recherchen wurde Caroline Mangez von Polizei und belgischem  Geheimdienst gejagt. Sie wurde verfolgt und ausspioniert, musste um ihr Leben fürchten. Schließlich verstarben während der Ermittlungen nach Dutrouxs Verhaftung 27 Personen, die in diesen Fall involviert waren. Nach der Dutroux-Affäre wurde es um Caroline Mangez ruhiger und das Interview mit Erbgroßherzog Guillaume und Stéphanie kann als Kontrastprogramm zu damals betrachtet werden.

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