2. Januar 2017

Umweltschutz? Was ist das? Öko-Terrorismus?

USA – kein anderes Land verpulvert unnötig solche Ressourcen – von Heinz Kerp (z.Z. Miami)

Ich habe noch kein Land gesehen, dass so mit seinen Ressourcen umgeht, wir die USA. Vielleicht war ich aber bisher auch nur an den falschen Orten? Jedenfalls verschwenden die Amerikaner völlig unnötig wertvolle Ressourcen und belasten damit die Umwelt. Kein Haus ohne Klimaanlage, die Strom frisst. Solarenergie ja, aber nur begrenzt. Windkraft, in Florida nein. Der Fernseher läuft fast ununterbrochen, wie die Eismaschine (zumindest in California und Florida auch im Winter). Energiesparen? Wozu? Gibt ja genug – zumindest bis zum nächsten Black-Out.

Fast jeder fährt einen SUV (in Europa vergleichbar mit einem Audi Q6, der in den USA zu den kleinen Mittelklassewagen gehört). Standard ist einen dicker Pick-Up oder eine hochmotorisierte Limousine. Nun ja, der Sprit ist ja auch entsprechend unsagbar preiswert (1 Liter Normalbenzin kostet 61 Cent). Mineralölsteuer oder Ökosteuer? Für Amerikaner undenkbar. Darum sind Fußgängerwege die Ausnahme, da jeder Amerikaner einen Fußweg über einen Kilometer schon als „Gewaltmarsch“ betrachtet und bereits ab 300 Meter Entfernung zum Ziel seinen Wagen benutzt.

Bars und kleine Restaurants servieren auf Plastiktellern, Bier und Coca Cola in Plastikbechern. An Strandbars wandern diese Utensilien nach Nutzung sofort in die Mülltonne, in der Stadt in die Spülmaschine. Sie gehen zwar nicht kaputt, wenn sie auf den Boden fallen, halten aber durch die wasserverschwenderischen Spülmaschinen mit reichlich Reinigungsmitteln nicht so lange wie Porzellan. Majo, Ketchup und Senf werden in Portionstütchen ausgegeben, wobei jeder Amerikaner sich gerne jeweils 10 Stück zu seinem Hot Dog mit Fritten greift. Kaffee gibt es in Styropor-Bechern, Kaffeeweißer und Zucker wieder in Portionstütchen. Der Löffel wird durch einen Plastikstrohhalm zum Umrühren ersetzt. Was nicht aufgegessen wird, kommt in eine Styropor-Box, die mit nach Hause genommen wird. Das produziert Unmengen an Müll.

Während Plastiktüten bei uns inzwischen fast verschwunden oder nur gegen Geld zu haben sind, wird hier an der Kasse vom „Einpacker“ noch fleißig zur Tüte gegriffen. Zwischen fünf und zehn Tüten pro Person (bei kleinen Einkäufen) werden dort hinausgetragen. Und wandern später in den Müll. Getränke wie Cola, Limonade oder Fruchtsäfte sind nur in Einwegflaschen zu haben. Bier nur in Flaschen oder Dosen. Wein nur in Flaschen. Pfand? Nicht mit den Amerikanern! Auch sie wandern in den ganz normalen Hausmüll. Ach ja – Mülltrennung: haben die Amerikaner noch nichts von gehört.

Jedes Hotelzimmer besitzt eine Kaffeemaschine. Und die werden mit portionierten, wie soll es anders sein, Plastik-Kapseln oder –Schiebern mit Kaffeemehl betrieben. Wobei hier die Styropor-Becher nochmals der Hygiene wegen in Plastikfolie verpackt sind. Genauso wie die Plastik-Zahnputzbecher.

Und dann sind wir wieder bei den Widersprüchen der Amerikaner. In jedem Hotelzimmer hängen Schilder wie „Save our Planet!“ Man soll die Handtücher mehrfach nutzen. Doch gewechselt werden sie trotzdem jeden Tag. Das ist Dienstleistung! Denn jedes Zimmermädchen möchte für seinen besonders zuvorkommenden Service – und dazu gehört der Handtuchwechsel – ein entsprechend hohes Trinkgeld. Denn davon leben Amerikas Dienstleister.

Und auch in jedem National-Park oder Wildlife-Refuge hängen inzwischen Schilder, die Umwelt und die Tiere zu schützen. Ich bin mir nicht sicher, ob dies ein zaghafter Ansatz von Umweltschutz ist. Oder nur Alibi. Was wir in Europa betreiben, ist für Amerikaner „Öko-Terrorismus“.

  • image
    Nomi

    Di Schlemmst sinn emmer dei' di di ganz Welt wellen belei'eren !!!!

  • image
    Lerscho39

    den Donald "Duck" Trump wäert do näischt ännere well esou Peanuts hien NET interesséreren .

Kommentieren