23. März 2017

Rolphe Reding: Hotel-Kauf ist nur am Schweizer Investor gescheitert

Zwei Mietverträge fürs Alfa-Hotel?

Das hat für einen ordentlich Sturm gesorgt: Im Alfa-Hotel im hauptstädtischen Bahnhofsviertel sind die Lichter ausgegangen. Und zwar mit großem Tamtam! Ein Gerichtsvollzieher stand plötzlich vor der Tür und hat den Laden dichtgemacht. Aber der Hotelbetreiber will nicht kampflos aufgeben. Sein Plan: Das Hotel kaufen und weiterbetreiben.

Das ist leichter gesagt als getan! Trotzdem träumt Rolphe Reding davon, sein Hotel wieder zu eröffnen. Doch das gestaltet sich deutlich komplizierter als es auf den ersten Blick scheint.

Denn es sind eine ganze Menge Firmen und Eigentümer im Spiel.

Da ist Rolphe Reding. Der hat das Hotel bis zu seiner Schließung betrieben. Als Manager der „Alfa-Hotel S.à.r.l.“ Der Gesellschaft gehört das Gebäude aber nicht. Sie hat es von den Firmen „Alfa Gestion  S.A.“ und „Alfa Place de la gare S.A.“ gemietet. Die gehören zum Teil Nico Rollinger und einem Schweizer Investor. Das ist nicht alles: Reding hatte das Hotel an die Accor-Gruppe weitervermietet.

Der Name des Schweizers? Taucht nicht auf. Das macht die ganze Angelegenheit beinahe mysteriös. Denn genau dieser Investor lässt das ganze Geschehen sonderbar erscheinen.

Glaubt man Betreiber Reding, hatte seine Gesellschaft einen Mietvertrag mit den Besitzern des Gebäudes. Monatsmiete: 80.000 Euro.

Allerdings soll es ein weiteres Abkommen gegeben haben: Danach seien „nur“ noch 50.000 Euro jeden Monat fällig gewesen.

Allerdings: Rollinger und sein Partner haben die Differenz eingeklagt – so als hätte es keine weitere Abmachung gegeben. Und: Das Gericht hat ihnen Recht gegeben.

Dass die Angelegenheit zu explodieren droht, war allen Beteiligten klar!

Von Reding heißt es: „Anfang März gab es noch ein Treffen. Am Verhandlungstisch saßen mein französischer Partner, ich, Nico Rollinger und dessen Anwalt Pierre Metzler!“ Da soll – so sagt es Rollinger – auch eine Einigung erzielt worden! Inhalt: Reding und die Franzosen kaufen das Hotelgebäude. „Aber zehn Minuten nach der Einigung hat der Schweizer Investor mitgeteilt, dass es keinen Verkauf geben wird.“

Damit war der Ansatz geplatzt.

Der lässt für Reding nur zwei Möglichkeiten offen. Die erste: Er meldet Konkurs mit seiner Gesellschaft an. Danach kauft er – gemeinsam mit dem Partner aus Frankreich – das Gebäude. Dann könnte das Licht im Alfa-Hotel schnell wieder angehen. Und das Personal hätte wieder Jobs.

Oder: Reding geht in den Konkurs. Und zwar mit dem vollen Programm. Die Folge: Das Personal würde seine Jobs nicht wiederbekommen. Und: Die Hoteleigentümer würden vermutlich auch kein Geld sehen.

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    Serenissima

    Ein sehr seltsame Geschichte...Kontradiktorisch zu mindest...

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