12. Dezember 2016

Richtiger Journalismus

Der Kommentar der Woche

Bei RTL ist momentan so richtig was los! Nach der inzwischen berühmt berüchtigten Lunghi-Affäre, die in ihrem skandalösen Sog den Generaldirektor des Senders mit nach unten zog, hat jetzt das große Wettrennen nach dem vakanten Posten an der Spitze des nationalen Rundfunk- und Fernsehsenders begonnen. Die Kollegen berichten im Inneren dieser Zeitung (Seite 9) über die, die sich zum Generaldirektor berufen fühlen, und die, die es werden könnten. Aber immer noch herrscht ein gewisses Erstaunen sowohl in der Politik wie auch in der ganz normalen Luxemburger Gesellschaft, wie es dazu kommen konnte. Wie eigentlich ein  durchaus mittelmäßiger Vorfall einer redaktionellen Verfehlung zu diesem Chaos führen konnte und wie das alles so schnell und irgendwie geordnet ablief.

Wenn man denn von Verdienst reden kann, dann kommt dieser zwei Luxemburger Presseorganen zu. Einerseits und zuallererst „Lëtzebuerg Privat“, die Zeitung, die bereits seit längerem auf viele Missstände innerhalb des RTL-Hauses hinwies und die auch die erste war, die vom möglichen Fall des Alain Berwick und der harten Revolte der RTL-Redaktionen berichtete.

So kam der Stein ins Rollen.

Und er hätte wahrscheinlich etwas länger gebraucht, ehe er zur Lawine herangewachsen wäre, wenn nicht einige Tage später das „Luxemburger Wort“ mit auf den Zug gesprungen wäre. Nicht nur, dass Luxemburgs größte Tageszeitung die Informationen von „Privat“ übernahm und bestätigte. Das Blatt wartete parallel auch mit neuen Infos auf und vervollständigte so die Enthüllungen von „Privat“.

Eine beispielhafte Zusammenarbeit? Nein, war es nicht, denn es bestand kein Kontakt zwischen beiden Redaktionen. Es gab auch keinen Informationsaustausch. Beide Redaktionen recherchierten und veröffentlichten parallel, unabhängig von einander und fanden trotz allem in ihren Veröffentlichungen regelmäßig zusammen.

In dieser  Konstellation war „Privat“ der Katalysator des RTL-Skandals und das „Wort“ der Beschleuniger. Der Boulevard ging in die Offensive, und der Institutionelle zog beim ersten Wind die Segel hoch. Man kann so weit gehen, dass man feststellt: Ohne „Privat“ wäre nicht so schnell geschossen worden, ohne das Gaspericher Blatt nicht so hart. Egal wie: RTL wäre nicht mehr aus der Schusslinie gekommen. Aber so ging es schnell, technisch sauber und öffentlichkeitswirksam.

Die Moral von der Geschicht? Die Presse kann – auch in Luxemburg – so manches bewirken, wenn sie ganz einfach und ohne Konkurrenzdruck oder -kampf ehrlich und investigativ vorgeht. Daran hapert es noch in Luxemburg.  Aber der tiefe Fall des RTL-Senders hat bewiesen, dass richtiger Journalismus  auch in Luxemburg funktionieren kann. Auch gegen einen so mächtigen Sender wie RTL.

Jean Nicolas

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    MadMax

    Viele Leute sind es satt jeden Tag nur zu lesen und zu hören wieviel Autofahrer zu schnell gefahren sind oder zu viel getrunken haben. Es passieren noch ganz andere Vorfälle tagtäglich in Luxemburg. Der Bürger hat ein Recht auf Information denn dafür bezahlt er ja auch. Aber so lange unser Staat kontrolliert was von den tagtäglichen Vorfällen in der Presse erscheinen oder der Bevölkerung mitgeteilt werden darf und auf welche Art und Weise, braucht die Bevölkerung professionellen Journalismus. Dass dem mit der Kontrolle so ist, sieht man schon anhand der Täterbeschreibungen bei Zeugenaufrufen durch die Polizei. Beispiel: "es handelte sich um 2 Täter, der eine war von kleiner Statur, der andere war etwas grösser". Toll, damit kann man viel anfangen.

     

    Da lobe ich schon verschiedene Zeitungen im Ausland welche Fotos und auch Namen von Tätern oder vermutlichen Tätern veröffentlichen egal welcher Hautfarbe oder Staatsangehörigkeit die Täter sind. Da werden bei grösseren Delikten auch Pressemitteilungen öffentlich übertragen, usw. Sogar in der deutschen Presse kann man ob und zu lesen, dass ein Luxemburger ein Delikt in Deutschland begangen hat. Und das ist ja bestimmt kein Hassaufruf gegen Luxemburger!

     

    Was die Zahlen der Einbrüche anbelangen, so ist bekannt, dass man Statistiken verschönern kann. Nehme ich z.B. die Anzahl der Einbrüche in Autos weg, habe ich weniger Einbrüche. Hier müsste ein klarer Unterschied gemacht werden zwischen Wohn- und sonstigen Einbrüchen. Handelt es sich um Einbrüche welche zwecks Beschaffungskriminalität oder welche von professionellen Diebesbanden ausgeführt wurden? Aber wie seit eh und je will man uns hier im Ländchen die "heile Welt" vorspielen.

     

    Unsere Ordnungskräfte könnten uns bestimmt eines Besseren belehren wenn sie reden dürften!

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    Nomi

    Gambia huet nach net spatz kritt, datt mat richteger Informatio'un vill Akzidenter an Abrech asw kennen verhennert ginn.

    Informatio'un dre'it zur Erzei'hung an Wessen beim Bierger bei !!!!

    Mee Gambia wellt nemmen ignorant Bierger !!!

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    blacky

    Sogar bei Fahrerfluchten auf grossen bevoelkerten Parkplaetzen zb Hornbach, besteht kein Interesse

    den Schuldigen zu finden .

    Die einzige Ermittlung der Polizei ,fragen beim Geschaeft ob es Kameras gibt, ,keine da ,also Ermittlung nach dem schreiben des Berichtes wahrscheinlisch eingestellt. .

    Muss der Geschaedigte in Luxemburg selber in Zeitungen einen Zeugenaufruf aufgeben ?

    Der Geschaedgte zahlt seine 2500 Euro Schaden selbst und die Statistiken sind gerettet !!

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