3. Dezember 2016

Lunghi! Genauso investigativ wie die Bommeleeër?

Marc Thoma: Das ist der Preis für „Investigativen Journalismus“ wert

Investigativer Journalismus in Luxemburg? Den gibt es bei den Institutionellen nicht! Allerdings gibt es einen Preis, der Journalisten auszeichnet, die angeblich investigativ arbeiten – seit 2014. Erster Preisträger: Marc Thoma. Weil er sich in Sachen „Bommeleeër“ besonders hervorgetan hätte. Das jedenfalls war seinerzeit die Meinung der Jury! Und jetzt? Steht Thoma am Pranger. Weil in seinem „Nol op de Kapp“ der RTL-Skandal rund um Enrico Lunghi gezeigt wurde. Weil er getrickst und gefälscht hat.

Und plötzlich sind auch andere Fragen erlaubt! 2013 etwa – da hatte der Sender 3Sat eine Reportage über Thoma gedreht. Mit spannenden Elementen. Damals hatte Thoma plötzlich ausgepackt: „Auf mich ist geschossen worden!“ Von draußen soll jemand die Waffe auf ihn gerichtet haben, als er im Schlafzimmer war.

Das war noch lange nicht alles! Denn er hat auch ausgepackt: „An meinem Auto wurde manipuliert!“

Schon damals hatte „Privat“-Gründer Jean Nicolas den Kopf geschüttelt.

„Ich habe schon für viel Ärger gesorgt, habe in mehreren Ländern recherchiert. Hohe Politiker, Monarchen und andere waren verwickelt. Skandale wurden aufgedeckt.“ Auf Nicolas wurde Druck gemacht. Allerdings alle im rechtlichen Rahmen. „Es ging um Prozesse und Haftandrohungen“, erklärt er: „Mein Leben war noch nie bedroht!“

Bei Thoma aber soll es so gewesen sein. Das klingt mächtig obskur.

Vor allem, weil er damit über Jahre hinter dem Berg gehalten hatte. Was er mit den Aussagen auf 3Sat bezweckt hat? Das hat er damals offen gelassen.

Fest steht: Er hat den Luxemburger Preis für „Investigativen Journalismus“ bekommen. Jetzt kommt raus: Wenigstens eine der Reportagen, die in seinem „Nol“ gezeigt wurden, hat die Wahrheit mächtig verzerrt. Dort war eben nicht die Wahrheit zu sehen.

Wie viele Reportagen waren genauso gestrickt? Das ist offen. Aber das sollte dringend überprüft werden.

Ohnehin: Was ist mit „Investigativem Journalismus“ gemeint? Bei den Bommeleeërn? War die Hauptarbeit, mit Zeugen zu sprechen. Sich mit ihnen zu unterhalten – ohne dass deren Identität preisgegeben wird. Das ist viel Arbeit. Es bedeutet Mühe. Vor allem, wenn einige Aussagen nachrecherchiert werden müssen.

Aber es ist nicht investigativ!

Es ist journalistisches Handwerk. Spannend – aber nicht preisverdächtig. Und: Es ist nicht lebensgefährlich. Es fällt nur in Luxemburg auf, wo sich Journalismus in den institutionellen Medien oft genug auf das Abtippen von Pressemitteilungen beschränkt.

Ob Thoma seinen Preis zurückgibt, muss er selbst entscheiden. Was er wert ist, zeigt die Lunghi-Affäre, die längst zum RTL-Skandal geworden ist.

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    Bommeleer

    Den Beweis wêi Thoma et Co schaffen. Erzielt hinnen eng Plausibel Geschicht. Haaptsächlech beim Bommenleer, dann hun Si Schaum am Mond. Dest as e puer mol passéiert. Di ganz Press huet dem RTL seng Geheim Zeien hier Geschicht iwerholl. An alles wor Falsch, do Hun Zeien den RTL manipuléiert, Ech wees vun engem deen Si richteg verarscht huet... Di berühmten Scouten Affair. Do ass den Graff an Thoma gudd manipuléiert gin, eréicht bei der PJ an um Gericht huet deen Zeien di richteg Geschicht erzielt. Waat näscht anechter wor wéi een Grupp vun Bouwen déi ParaMilitär gespillt hun, Den Vogel's Gast wor wärend dem Process aus der Kescht gesprongen, well hien gemierkt huet dass Si gudd verarscht gin sin.... Ech sin Frou dass Berwick Thoma et co gläich net méi do sin. Kann net sin dass hei 1 Tele an Radio's Sender den Monopol hun.

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    Knuppert

    @Bommeleer

    et wert dach elo keen hei behaapten wöllen dass daat alles een Witz war vun Populisten,dass hei am Land nie Hochspannungsmasten a.s.w durch d´Luut geflunn sin

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