10. Januar 2017

Jay Schiltz: Tiefer kann ein Kabarettist kaum fallen

30 „Alt“-Sozialisten als Publikum

Wenn diese Bretter die Welt bedeuten, sollte man sich überlegen, ob man sie betritt! Jay Schiltz tourt mit seinem Cabaret-Programm durch das Land. Letzter Auftritt? War in Schifflingen. Viel los war nicht – und es war auch kein ruhmreicher Auftritt. Sondern ein Besuch bei den sozialistischen Freunden seiner Frau. Schiltz war zu Gast bei den jungen Sozialisten.

Kabarett klagt an! Kritisiert so, dass man gerne zuhört. Weil es überspitzt dargestellt ist – und so witzig klingt. Das kann so bei Schiltz nicht geklappt haben.

Denn er war den „Jeunesses Socialistes vu Schëffleng“ – bei den Jungsozialisten. Also bei der Jugend-Organisation der Partei seiner Frau: Wirtschafts-Staatssekretärin Francine Closener.

Da ist wohl kaum Kritik zu erwarten. Im Gegenteil!

Allerdings: Vor vollen begeisterten Rängen spult Schiltz sein Programm nicht runter. Nicht einmal 30 Gäste waren dabei. Und von „Jung“-Sozialisten kann auch keine Rede sein! Der größere Teil der Interessierten war deutliche älter als 50 Jahre.

Kein Wunder, dass das Interesse so mies war.

Die Kabarett-Nummer nimmt man Schiltz nicht mehr ab. Dafür ist er viel zu nah dran an den Polit-Verantwortlichen. Man kann nicht abends mit Premier, Wirtschaftsminister und dem Rest der Regierung zum netten Kegeln gehen und tags darauf Witze über die Truppe reißen. 

In dem Moment, in dem Schiltz‘ Frau für das Parlament kandidiert hat, war seine Karriere als Kabarettist beendet. Weil er einfach unglaubwürdig geworden ist. Nur scheint Schiltz selbst das noch nicht erkannt zu haben.

Er gastiert auf einer Veranstaltung der Partei seiner Frau. Tiefer geht es für einen echten Kabarettisten und Satiriker nicht. Und: Ein gestandener Kabarettist würde unter den Voraussetzungen gar nicht erst auftreten.

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    Serenissima

    Nun ja, wenn die eigene Frau eine Geländewagen fahrende Staatssekretärin ist, "aux frais de la princesse..", kann man wohl nicht mehr glaubhaft auftreten als Kabarettist und Satiriker und über die Regierung herfallen z.B. ; es sei denn man hat die Grandeur sich selbst zu verulken wollen...ob das Publikum das allerdings hinnimmt ist zweifelhaft: crédibilité 0 eben ...

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