15. März 2017

Geldwäsche: CSSF-Boss Marx ist ein echter Experte, genauso wie unzählige Luxemburger Magistraten und Anwälte

Das Geschäft war in Luxemburg immer salonfähig.

Da wittert die Süddeutsche Zeitung einen Skandal. Und feuert auf den Boss der Luxemburger Finanzaufsicht CSSF. Das ist Claude Marx – und der hat in seiner Zeit bei der Bank HSBC Offshore Firmen für Kunden gegründet und auch verwaltet. Das riecht nach „Panama Papers“. Zum Skandal taugt das nicht. Denn Marx hat nichts Verbotenes getan!

Heute ist Claude Marx Chef der CSSF. Warum auch nicht! Er war jahrelang im Bankgeschäft. Und es ist kein Geheimnis, dass über Jahrzehnte Geld in Steuer- und Anonymitäts-Oasen gewandert ist. Geld, das dem Papier nach das Ländchen verlassen hat. Aber über das es jederzeit Zugriff im Großherzogtum gab.

Die Süddeutsche prangert das jetzt an. Eine Farce. Denn das ganze Geschäft war immer salonfähig. Beinahe alle Anwalts-Kanzleien haben von den Deals gelebt. Selbst sämtliche Bâtonniers haben mitgemacht.

Wer das jetzt verurteilt, muss bedenken: Damit werden die Beteiligten rückwirkend verurteilt.

Außerdem war der Schachzug, Marx zum CSSF-Boss zu machen, gar nicht schlecht. Immerhin hat da jetzt ein Mann das Sagen, der ganz genau weiß, wie die großen Deals eingefädelt werden. Marx kennt die Tricks. So wie bereits Ex-Anwalt Carlos Zeyen alle Geldwäscherei-Tricks kannte, als er zum „Anti-blanchiment“-Staatsanwalt wurde.

„Finanzkontrolle auf Luxemburgisch“, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Damit hat sie Recht. Aber das ist weder ein Skandal noch einen Aufreger wert. Nicht in Luxemburg, wo es auch viele Magistraten gibt, die in ihrer Zeit als Anwälte auch munter bei diesem Geschäft mitgemischt haben.

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    Serenissima

    Das Problem ist nur dass man nicht Chef der Finanzaufsichtsbehörde werden kann mit so einem Casier, in einem normale Land, aber in Luxemburg wenn man die DP Parteimitglied Karte hat und man ist ein "pote" von Herrn Gramegna. Die internationale Finanzpresse wird sich jetzt wieder einmal damit beschäftigen den Finanzplatz Luxemburg in den Dreck zu ziehn...und leider diesmal mit Recht? oder...Gambia wird immer unzumutbar; zumindest müsste der Nutella-Premier jetzt auch mal was sagen..

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    cm

    Italien hat Steuervergünstigungen für Grossverdiener eingefuhrt, Portugal, Belgien und Holland sehen sehr kulante Regeln für Vermögende vor, bloss wir Luxemburger wollen wieder weisser als Weiss sein. Aus Angst, aus Blödheit oder aus "political correctness"? Bei diesem komischen Vogel, der sich hinter der Bezeichnung des alten Venedigs versteckt, und den Anwalt- oder Bankierberuf unbedingt im "Casier" einschreiben will, scheint es zumindest das Fehlen jeglicher Sachkenntnis zu sein.

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    marci

    @ cm

    Man kann nichts Unmoralisches gutheissen, was schliesslich das Wohl der Allgemeinheit schädigt, weil andere es auch tun.

    Alle gehören auf die Anklagebank und verurteilt!

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    Serenissima

    Antwort an cm

     

    Panama Gesellschaften werden und wurden nicht nur benutzt um Steuern zu hinterziehen, das man gegebenenfalls vertreten konnte, zumindest damals, aber leider auch für Geldwäsche bei kriminelle Tätigkeiten (Prostitution, Drogen, Waffen Geschäfte usw...solche Gesellschaften also zur Verfügung zu stellen ist eine Art Beihilfe...., Ich habe 25 Jahre im Bankenbereich gearbeitet und weiss also von was ich rede. Also für einen ehemaligen Banker und jetzigen Boss der CSSF wirklich keine Empfehlung meines Erachtens nach....Nichts für ungut....

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