21. Februar 2017

Fußball und Hass!

Der Fußball geht einen gefährlichen Weg. Einen Weg von Hass. Der Fußball, an dessen oberstem Kopf Korruption und Vetternwirtschaft herrschen, erstickt bei seinem Fußvolk in Neid, in Gewalt und in Hass.


Gewalt gibt es fast jedes Wochenende auf und neben dem Platz. Auf allen Niveaus, auch wenn die Ausschreitungen in den großen Stadien im Focus der Öffentlichkeit stehen, weil jeder die Bilder quer durch die Welt sehen kann.


Konnte die Bundesliga vor noch nicht zu langer Zeit noch irgendwie ein halbwegs anständiges Gesicht zeigen, so ist dies spätestens seit den üblen Anti-Red-Bull-Leipzig-Schmierbändern dahin. Dieses ekelhafte Ausufern sogenannter Dortmund-Fans aus der „Gelben Wand“ hat das Fass in Deutschland zum Überlaufen gebracht. Und die schlimmen Töne vom letzten Samstag in Berlin, wo auch das Schiedsrichtergespann nach dem Match von Zuschauern bespuckt und von Offiziellen der Hertha verunglimpft wurde, beweisen, dass man nichts dazu gelernt hat. Kann man im Fall der „Gelben Wand“ noch argumentieren, dass diese Idioten nichts mit Fußball am Hut haben, so ist das in Berlin nicht der Fall gewesen.


Auch ich habe als Reporter erlebt, wie erstickend Pyro-Dampf (DFP-Pokalfinale letztes Jahr in Berlin) oder wie eklig und herabwürdigend Fan-Spucke sein kann (Championsleague-Spiel der Bayern in Porto letztes Jahr). Ich habe aber auch letztes Jahr im Emirates-Stadium gesehen, wie aufgeregte Fans sich trotzdem in Selbstbeherrschung üben und wie das funktioniert. Und ich habe schon mal auf Luxemburger Plätzen feststellen müssen, wie hasserfüllt so mancher Supporter auf unserem niedrigen Niveau reagieren kann.


Der Fußball, den so viele unbescholtene Menschen lieben, droht zu entgleisen. Nicht nur an der Verdorbenheit der FIFA, nicht nur an der perversen Geldpolitik, sondern vor allem an der Gewalt und dem Hass, denen immer mehr „Fans“ freien Lauf lassen.


Hinterfragen müssen sich vor allem die Clubverantwortlichen. Denn sie sind es, die mit mehr oder weniger unbedachten Aussagen gegenüber dem Konkurrenten (siehe Beispiel RB Leipzig) Öl aufs Feuer gießen, und sie sind es, die bei Pyro-Kontrollen oder Spruchbänder-Kontrollen versagen.


Es wird nicht mehr lange dauern – es sei denn, man gebietet der derzeitigen negativen Entwicklung Einhalt – bis dieser offene Hass sich auch in unseren Betrieben, Schulen und anderen Orten, wo Menschen zusammen über ihren Lieblingssport diskutieren, wiederfindet.


Sandrine Nicolas


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