6. Juli 2017

Eisensulfat in Florange abgekippt: Jetzt ermittelt Frankreichs Justiz

Umwelt-Skandal: Arcelor schiebt Verantwortung von sich

Das sorgt für Schlagzeilen – aber keine guten! Und sie bringen ArcelorMittal in Erklärungsnot. Denn ein Video zeigt, wie Eisensulfat aus dem Arcelor-Mittal-Werk in Florange einfach in die Natur gekippt wird. Der Luxemburger Stahlgigant weist jede Verantwortung von sich, während die Staatsanwaltschaft in Thionville ein Verfahren eröffnet hat.  

Montag ist das Video aufgetaucht, Dienstag hat die Staatsanwältin das Wort ergriffen. Damit zeigt Frankreichs Justiz, wie schnell man reagieren kann.

Und da geht es Schlag auf Schlag. Denn die Staatsanwältin, die mit dem Fall befasst ist, erklärt kurz und knapp: Die Kriminal-Polizei ermittelt, weitere Informationen gibt es zum passenden Zeitpunkt.

Dazu kommt: Auch die französische Region an der Luxemburger Grenze will Klage einreichen.

Das alles hat die Stahl-Werker ins Schwitzen gebracht! Während das Unternehmen sich bemüht, zu erklären, mit der Umweltverschmutzung nichts zu tun zu haben, werden dennoch „interne Ermittlungen“ eingeleitet: Sollte sich herausstellen, dass dafür ArcelorMittal-Beschäftigte verantwortlich sind, wäre das ein Verstoß gegen jegliche Unternehmensregeln.

Dennoch! Dass in dem kleinen Wald in der Nähe von Florange täglich 28 Kubikmeter Eisensulfat einfach in die Natur gepumpt werden, ist eine gigantische Umweltverschmutzung.

ArcelorMittal will mit der illegalen Entsorgung nichts zu tun haben, verweist dabei auf den betroffenen Sub-Unternehmer.

Aber wer hat den Sub-Unternehmer mit der Entsorgung beauftragt?

Das war der Luxemburger Stahlkonzern! Hat er dem billigsten Anbieter den Job anvertraut? Dann wäre es jetzt an der Zeit, diese Politik zu überdenken! Denn billig ist oft alles andere als gut. Möglicherweise hat der Sub-Unternehmer die Eisensulfat-Entsorgung so billig angeboten, dass an eine umweltgerechte Entsorgung überhaupt nicht zu denken war.

Dann wäre aber klar: ArcelorMittal hätte wissen können, dass da etwas nicht stimmen kann. Und hat ganz bewusst weggesehen. Oder die Firma ist von einem anderen Unternehmen vorgeführt und selbst betrogen worden. Aber das wird jetzt die Thionviller Staatsanwaltschaft herausfinden.

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    Nomi

    Irgend ee Klengen bei ArcelorMittal an/oder de Subunternehmer mussen elo de Kapp hinhaalen.

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    svendorca

    @ Nomi,..wéi bei der " Jost Group " zu Weiswampach.

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    marci

    Eine Eisen(II)-Lösung ist nicht gefährlich. Natürlich darf sie nicht einfach in den Wald gepumpt werden, sondern gehört fachgerecht entsorgt.

    Viel gefährlicher ist der Sinter (Schwermetalle, Arsen) welcher Mittal an Strassenbaufirmen verscherbelt; letztere streuen ihn nämlich grossflächig auf den Macadam.

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    Karl

    Ech hun de video gesin. Dat war keng eisenmeschung. Dat war verdrecksten schwefel oder salzsaier! Steng sin geplatzt beim Kontakt!!! Mais de Mittal ass een Minister vun Goldmann Sachs. Gott op Aerden! Un deen kennt neischt. Elo gett aus der Saier enner Gottes awirkung ongefeierlechen Schlamm. Deen camioneur deen dat ganzt un t'liicht bruecht huet kritt es awer kneppeldeck. Plaaz fort, kee chômage... Aarme Schwein hoffe mer dass en et iwerlieft!

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