10. April 2017

Ein ESSAY für eine bessere medizinische Betreuung

Das LESERFORUM von „Privat“

Neue Wege in der Medizin - Qualität ist das oberste Prinzip.

Haben wir genug Qualität in unserem Gesundheitssystem? Wie können wir Qualität im Gesundheitswesen erzeugen? Was müssen wir unternehmen um eine optimale Betreuung der Leute zu gewährleisten? Es gibt 4 Akteure:

Der Patient

Der Dienstleister

Die Nationale Gesundheitskasse (CNS)

Die Gesundheitsbehörde

Der Patient soll im Zentrum stehen und von den anderen Akteuren geschützt werden. Dies stimmt auf dem Papier, aber in Wirklichkeit sieht es anders aus. Was mit dem Patienten geschieht hängt von den Entscheidungen der 3 anderen Parteien ab, die an sich gut oder schlecht sein können, leider aber meistens finanziell motiviert sind.

Der zweite Akteur ist der Dienstleister, hauptsächlich der Arzt. Er ist die leitende Person im Gesundheitswesen. Ohne Arzt läuft im Prinzip gar nichts. Er ist unumgänglich, de facto ist der Arzt die Schlüsselfigur, die für Qualität zuständig ist, alleine wenn man dem Prinzip der Ethik treu bleiben will. Es wird oft gesagt. „ Errare humanum est - Irren ist menschlich“. Das kann man sicherlich nachvollziehen, aber ein Arzt darf sich nicht irren, ansonsten der Patient schlimme Konsequenzen ertragen muss und das kann tödlich sein. Der Arzt ist aber heute eher ein ökonomischer Träger, der Gesundheit verkauft und dafür eine pekuniäre Gegenleistung erhält. Wir wissen mittlerweile, dass bei einem ökonomischen Akt nicht unbedingt die Qualität den Hauptfaktor darstellt. Deshalb ist die ursprüngliche Mission des Arztes, die Mission von der sogenannten Berufung mit der Zeit und durch die finanziellen Spannungen zum Beruf mutiert, mit der Konsequenz, dass die Qualität nicht mehr das oberste Prinzip darstellt.

Die Nationale Gesundheitskasse (CNS) ist vom Ansatz her ein Sparverein. Hier müssen die Konten stimmen und die Qualität ist sicherlich nicht das Ziel, das angestrebt wird.

Als letzter Akteur ist der Staat mit seiner Gesundheitsbehörde zuständig, der im Prinzip das Beste für seine Bürger tun soll. Der Staat muss Visionen anbieten um eine wirksame Gesundheitspolitik zu ermöglichen. Er muss versuchen mit einem gesetzlichen Rahmen Qualität anzubieten. Leider ist in der Verfassung kein“ Recht auf Gesundheit“ vorgesehen. Im Artikel 11 Punkt 5 steht geschrieben: „Das Gesetz regelt nach seinen Grundlagen den Schutz der Gesundheit“. .. das heißt so viel wie…wir tun unser Bestes.

Wir haben also Nachholbedarf. Der Hebel um qualitative Betreuung und Pflege anzupeilen muss imperativ im Detail angelegt werden. Jede Schraube im System ist wichtig.

Der Patient ist verpflichtet sich über seinen Körper objektiv zu informieren und über mögliche präventive Möglichkeiten und Behandlungsmethoden nachzudenken. Es darf nicht sein, dass die Leute mehr über die Leistung ihres Wagens verstehen als über das Funktionieren ihrer Körperteile. Der Mensch muss selber seine Entscheidung treffen können und mithelfen gesund zu bleiben oder wieder gesund zu werden. Alles andere ist falsch.

Was den Dienstleister angeht gibt es zwei Voraussetzungen um Qualität zu produzieren, nämlich:

Das Wissen bedingt durch Bildung und Weiterbildung.

Der Faktor Zeit.

Wissen und Zeit sind die Hauptaspekte. Sie gewährleisten eine bessere Gesundheit des Patienten, eine größere Zufriedenheit bei den Ärzten, weniger Ausgaben seitens der Gesundheitskasse und bessere Statistiken für den Staat.

Das Wissen des Leistungsbringers ist stark von der Theorie und der Praxis beeinflusst. Ein Arzt, der von der Universität kommt hat meistens nur theoretisches Wissen. Dieses theoretische Wissen ist nach 5 Jahren nicht mehr „up to date“, weil die Erkenntnisse rasant ändern. Als Kompensation geht der Arzt sozusagen besser mit der Praxis im Alltag um und ist hier auf vertrautem Terrain. Er kann seine Arbeit relativ gut erfüllen. Destotrotz muss er sich weiterbilden, denn bekanntlich gibt es chronische Krankheiten und der Patient will eine rasche Abhilfe. Deshalb ist eine Weiterbildung dringend erforderlich, auch um den Patienten nicht unnötig in Gefahr zu bringen. Denken wir nur an die pharmazeutischen Produkte, die den Markt überfluten mit ihren Nebenwirkungen. Der Arzt hat bekanntlich über pharmazeutische Produkte null Ahnung. Er hat kein theoretisches Wissen an der Universität über Medikamente bekommen und er wird praktisch nur vom Pharmareferenten „geschult“, der natürlich das neue Medikament bis in den Himmel hinauf lobt. Mittlerweile wissen wir auch, dass neue Medikamente ohne allzu große Studien auf den Markt kommen, weil bekanntlich der Konkurrenzdruck zu groß ist und die Firma schnell verdienen will. Der Arzt handelt de facto im Blindflug, was natürlich Konsequenzen für den Patienten haben kann, Konsequenzen, die vielleicht nicht mehr rückgängig zu machen sind. Der Patient wird also zum Versuchskaninchen auserkoren. Mehr Weiterbildung heißt seine Kenntnisse besser einsetzen und dementsprechend weniger Analysen und weniger Röntgenaufnahmen verordnen. Es genügt die Analyse oder die Röntgenaufnahme zu tun, die für die Diagnose erstellt werden muss. Mehr Wissen heißt den Patienten besser orientieren, entweder bei den Spezialisten oder ins Ausland. Ein Allgemeinmediziner mit einem vielseitigen Wissen muss auch einen Patienten ins Ausland schicken können ohne einen Spezialisten in Anspruch zu nehmen. Von den Spezialisten muss auch eine Weiterbildung verlangt werden. Denn man sieht öfters, dass obschon sie in ihrem Bereich viel wissen, nichtsdestotrotz sie in anderen medizinischen Bereichen nicht das nötige Wissen haben um Basismedikamente zu verschreiben. So wird ein Herzspezialist nie ein Medikament verschreiben, das im Bereich vom Darm gebraucht wird. Dann kommt noch hinzu, dass sie die Interaktionen der Medikamente ihrer Spezialisierung mit den Medikamenten einer anderen Spezialisierung falsch einschätzen.

Wir meinen, dass die Weiterbildung der Ärzte obligatorisch und vom Staat angeboten werden muss. Hier sind 2 bis 3 Wochen pro Jahr nach einem bestimmten Schlüssel miteinzuplanen von der Gesundheitskasse finanziell getragen, weil schließlich die Gesundheitskasse auf langer Sicht finanziell entlastet wird.

Der Faktor Zeit ist von sehr großer Bedeutung. Die Wartezimmer in den Arztpraxen sind meistens überfüllt. De facto absolvieren die Ärzte ihre Arbeit mit vielen Arbeitsstunden und sind überglücklich wenn sie abends fertig sind. Das ist legitim. Kein Wunder, dass die Besprechungszeit rapide abnimmt und die Qualität darunter leiden muss. Die Sprechstunden dauern knapp 6 – 7 Minuten, manchmal zehn Minuten. Aber um in dieser kurzen Zeitspanne mit dem Patienten zu reden und eine Diagnose zu stellen, das grenzt an eine Utopie. Eine richtige Besprechung müsste 40-45 Minuten dauern. Hiermit steigt die Chance um eine bessere Diagnose zu stellen mit einer gezielten Blutanalyse und einer gezielten Röntgenaufnahme. Noch besser ist es wenn eine gute Weiterbildung als Grundbasis gewährleistet ist. Leider aber ist der Arzt ein „ökonomischer Agent“, der sein Wissen verkauft und dafür bezahlt wird und so kann er sich nicht leisten 40-45 Minuten bei seinem Patienten zu verweilen. Auch einen Aufpreis für die Sprechstunde genügt nicht.

Lösen ist dieses Problem nur mit einer ganz anderen Entgeltungsprozedur des Arztes. Der Arzt soll nämlich pro Minute entgeltet werden, das heißt x Euro (ein von der Gesundheitskasse festgelegter Betrag) pro Minute. Der Vorteil besteht darin, dass der Arzt sein Arbeitspensum selber festlegen kann. Ob er sechs Stunden, acht Stunden oder vierzehn Stunden arbeiten will, das ist seine Entscheidung. Die Gesundheitskasse kann im Voraus eine Durchschnittsrate festlegen wieviel sie an Arzthonorare pro Jahr ausgeben wird, da ja keiner mehr als vierundzwanzig Stunden arbeiten kann, der Patient kann den Arzt kontrollieren ob er seine Arbeit gut getan hat oder ob er zehn Minuten über Fußball geredet hat und so wird die Qualität größer. Der Arzt hat mehr Zeit, kann eine bessere Diagnose stellen und der Patient braucht nicht mehrmals in die Praxis zurückzukommen, womit die Arztpraxen nicht mehr überfüllt sind.

Eine andere Form den Arzt zu entgelten ist die „Pay for Performance“ Prozedur. Hier wird der Arzt nach seiner Leistung entgeltet und er bekommt eine Prämie falls die klinischen Daten sich verbessert haben. Zum Beispiel kann ein fettleibiger Patient mit einer gezielten Behandlung an Gewicht verlieren, was an sich die Gesundheit fördert und für diese Leistung bekommt der Arzt einen Leistungsbonus. Das heiß, dass der Arzt sich anstrengen muss um ein Resultat vorweisen zu können.

Zusammenfassend sind die Weiterbildung und eine andere Entgeltungsform die Schlüssel zu einer besseren Betreuung.

Redet man über Gesundheit, dann notgedrungen auch über Beitragszahlungen, Rückerstattungen und Leistungen. Bezahlt der Patient Beiträge, dann muss die Gesundheitskasse theoretisch eine Reihe von Leistungen anbieten. Man stellt aber fest, dass Medikamente im Bereich der naturmedizinischen Angebote, Osteopathie, Akupunktur, Chiropraxis, psychologische Beratung und anderes mehr nicht zurückerstattet werden mit der Argumentation, dass hier kein wissenschaftlicher Beweis vorliegt. Das zeugt von einer Unwissenheit und einer Arroganz die ihresgleichen finden muss. Bedenkt man, dass eine chiropraktische Behandlung bei Rückenschmerzen maximal 50 Euro zu stehen kommt und dann meistens alles klar ist und vergleicht man mit einer normalen Sprechstunde, dann sehen wir den Preisunterschied. Es erfolgt eine 1. Besprechung, eine Röntgen- und/oder eine Scanner -Aufnahme, Schmerz-und Antientzündungsmedikamente gekoppelt mit einem Magenschutzmedikament, dann eine zweite Besprechung mit Verschreibung von acht Massagen-und Fangositzungen. Das alles kostet 700 Euros und hier ist der Krankenschein mit seinen Folgen nicht miteinbegriffen. Es ist klar, dass die Gesundheitskasse hier auf der ganzen Linie gewinnen würde. Sie ist aber nicht bereit die chiropraktische Behandlung zurückzuerstatten. Warum muss der Patient die Naturmedikamente aus seiner eigenen Tasche zahlen? Warum muss der Patient eine psychologische Betreuung selber bezahlen, eine Maßnahme, die von seinem behandelnden Arzt empfohlen wurde. Hier ist sicherlich noch viel Erklärungsbedarf nötig.

Des Weiteren ist es eine absolute Priorität sich um die Prävention zu kümmern. Was muss getan werden um chronische Krankheiten wie Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer, Krebs, Diabetes, Herz-und Kreislauferkrankungen zu vermeiden? Um dies zu erreichen muss ein vielschichtiges Programm erarbeitet werden. Das geht über Naturschutz, gesundem Boden, Vermeidung des Luftschmutzes, Erhaltung reiner Gewässer über gesunde Ernährung bis hin zur Stressvermeidung am Arbeitsplatz, von der Information der Kleinkindern in der Schule bis hin zur intelligenten Wahl der Therapie, von der Kenntnis seines eigenen Körpers und Psyche bis hin zur Kenntnis der physiologischen Prozesse. Die finanzielle Aufwendung und Investition des Staates muss das Ziel verfolgen, dass immer weniger Leute krank werden.

Hierzu bieten wir zwei Finanzierungsmodelle an:

Wir führen eine Präventionsversicherung ein (assurance-prévention) nach dem Modell der Pflegeversicherung (assurance-dépendance) oder

Wir teilen die Beiträge der Krankenversicherung. Es wird eine Ratio Krankheit/Prävention eingeführt ohne, dass der Beitragszahler mehr zahlen muss. Nehmen wir den aktuellen Beitragssatz von 6.10 %. Dieser wird im ersten Jahr in einer Ratio 5.85 / 0.25 geteilt. Im zweiten Jahr beträgt der Beitrag 5.60/ 0.50. De facto geht der Präventivsatz jedes Jahr um 0.25% nach oben um Präventivmaßnahmen zu fördern und da als Folge die Krankheiten abnehmen, geht der Krankheitssatz dementsprechend um 0.25% zurück. Gesamt gesehen ist der Beitrag noch immer 6.10%. Dies wird so lange praktiziert bis ein Gleichgewicht entsteht mit einer Ratio von 3% zu 3%.

Prävention bedeutet in jedem Krankenhaus eine Abteilung für Präventivmaßnahmen einrichten zu lassen um den kranken Patienten eine neue Basis zu geben, damit sie nicht mehr krank werden. Ein Gesundheitszentrum wäre natürlich ein Paradebeispiel.

Wir stellen auch fest, dass es viele Leute gibt die nie krank werden und die viel investieren um gesund zu bleiben (Investition in gesunde Nahrung, Entspannungsmethoden, Massagen, Körperaufbau…). Diese Leute zahlen auch Beiträge in die Gesundheitskasse ein. Die Frage, die gestellt werden muss ist: Warum könnten diese Leute nicht einen Teil ihrer Beiträge zurückerstattet bekommen? Leute, die während dem laufenden Jahr keinen Arzt benötigt haben, keiner weiterer Analyse oder Röntgenaufnahme unterzogen wurden, keine Medikamente benötigt haben…diesen Leute sollte die Gesundheitskasse 10 % ihres bezahlten Beitrag zurückerstatten. Dies wäre sicherlich nicht gegen das Solidaritätsprinzip gerichtet, sondern im Gegenteil: Die Gesundheitskasse wäre weniger belastet, da jeder versuchen würde während dem Jahr nicht krank zu werden und diejenigen, die krank sind, werden in allen Fällen von den gesetzlichen Leistungen profitieren.

Als Schlussfolgerung fordert die PID die Schaffung eines Universitätskrankenhauses (Centre Hospitalier Universitaire). Hier wäre der Platz für Forschung gegeben besonders in hartnäckigen Fällen. Wir hätten die besten Professoren und Ärzte, Kompetenz- Zentren und Präventionsabteilungen. Jeder etablierte Arzt könnte hier einmal pro Jahr seine Grundkenntnisse aufbessern mit einer adäquaten Weiterbildung. Sicherlich würde dies ein Mehrwert für die Patienten darstellen

Jean Colombera (PID)

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    Nomi

    Eist Gesondheetsystem basei'ert ob Symptomer bekaempfen an Geld domadder ze verdengen, so'u w'el vun den Dokteren wei' och Pharmaindustrie.

     

    Mee mir gin krank vun Chemikalien, Pestiziden, Herbiziden, GMO, Plastik, . . . . an vun Medikamenter.

    An mat der Symptombekaemfung gin mer nach mei' vun der Pharmaindustrie vergeft.

     

    Et gett hei'ch Zeit datt mer massif an Ursaachenforschung vun Krankheeten investei'eren !!!

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