14. Februar 2017

CNS: Chemo-Kondom für HIV-Kranke wird bezahlt, Schmerzlinderung Lipödem-Betroffene nicht

Da muss dringend Abhilfe geschaffen werden

Was sich die CNS dabei denkt, ist nicht zu verstehen! Bei der Krankenkasse sind zwei Entscheidungen getroffen worden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während HIV-Patienten ein Chemo-Kondom ersetzt wird, damit sie Sex haben können, müssen andere ihr Leiden schlicht ertragen. Für Lipödem-Betroffene ist Hilfe fast kaum zu erreichen – schon gar nicht von der Krankenkasse!

HIV-Patienten wird geholfen! Für sie gibt es die Möglichkeit, trotz ihrer Infektion Sex zu haben, der für den Partner ungefährlich ist. Ein chemischer Schutz, der heute schon in der homosexuellen Szene weit verbreitet ist. Mit einem Nachteil: Der Preis! Um einer Ansteckung mit dem HI-Virus vorzubeugen, muss ordentlich geblecht werden: Für eine Packung mit 30 Tabletten sind 500 Euro fällig.

Bald startet ein Pilotprojekt, das zwei Jahre lang das Medikament testet. Effekt: Die CNS übernimmt die Kosten.

Gleichzeitig lässt Luxemburgs Medizin die Lipödem-Kranken schlicht und einfach im Stich!

Dabei sammelt sich Flüssigkeit zwischen den Zellen. Dabei werden die betroffenen Körperteile sichtlich dick, Berührungen werden schmerzhaft! Die Lebensqualität ist beinahe nicht mehr vorhanden! Die Patientinnen glauben zuerst, sie würden enorm zunehmen. Aber da hilft keine Diät.

Die Schwellungen werden immer dicker, die Schmerzen immer unerträglicher.

Dabei gibt es Hilfe: „Lymphdrainagen“ sind eine spezielle Massage, die Abhilfe schafft. Dazu kommen Kompressionsbandagen und -strümpfe. Das hilft aber nur, solange die Therapie andauert.

„Bis vor Kurzem wurde die Therapie zu hundert Prozent von der CNS übernommen“, haben die CSV-Deputierten Françoise Hetto-Gaasch und Jean-Marie Halsdorf festgestellt, „aber mittlerweile müssen die Patienten ein Drittel jeder therapeutischen Sitzung selbst bezahlen!“ Sie haben sich mit einer entsprechenden Parlamentarischen Frage an den Minister für soziale Sicherheit, Romain Schneider, gewandt. Antwort? Noch ausstehend…

Für die Betroffenen kaum zu stemmen. Vor allem, weil ein Arzt nur noch acht Behandlungen auf einem Rezept verordnen kann. Das treibt die Kosten enorm in die Höhe – denn alle zehn Tage ist so auch noch ein Arzt-Besuch fällig. Außerdem müssen sie einen großen Teil der Kosten für Kompressions-Textilien selbst auf den Tisch legen. Kostenanteil an zwei Sets (zum Wechseln): rund 1.000 Euro.

Leisten kann sich das längst nicht jeder. Da können nur Besserverdiener zuschlagen.

Noch schlimmer: Im Ausland gibt es sogar schon Operationen, die helfen. Für 5.000 Euro können die schmerzhaften Verformungen entfernt werden. Allerdings sind meistens mehrere OPs nötig.

Die allerdings werden in Luxemburg erst in einem viel zu späten Stadium der Krankheit übernommen. Wenn die Patienten psychisch am Ende sind – und sich vor Schmerz und Scham schon beinahe komplett von der Gesellschaft abgekoppelt haben.

Aber wer genug Geld hat, kann sich viel schneller behandeln lassen.

Der Vergleich zeigt, wie ungerecht die Krankenkasse handelt. Auf der einen Seite wird Kranken Sex ermöglicht. Auf der anderen Seite werden Patienten mit Schmerzen und unschönen Entstellungen im Stich gelassen. Kurz: Sex auf Rezept wird bezahlt, Schmerzlinderung nicht. Da muss sich dringend etwas ändern. 

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    Babs

    Seit Wochen verfolge ich schon ,wie man über diese Krankheit ,was ja eine sehr schmerzhafte Angelegenheit ist,schreibt.Sei es über Face-Book und jetzt in den Medien.Viele denken ,dass das eine Schönheits-Operation ist,wenn man sich unters Messer legt.Da liegt Ihr aber alle falsch,denn was diese Frauen an Schmerzen aus halten,ist nicht mit Worten zu beschreiben.Und die Häme ,die einem entgegen schlägt von den lieben Mitmenschen,kuck mal ist die fett,ist noch das Mindeste ,was man hört.Für vieles ist Geld da,aber um diesen Menschen ,die betroffen sind,und kein schönes Leben haben,fällt nichts ab.Abgesehen von den Schmerzen ,finanziell und moralisch ist das nicht tragbar . Da ich ja mir denke ,dass Ihr beiden PRIVAT auch heimlich einen Blick hinein schaut,also H.Schneider und M.Mutsch ,ihr gebt Euch ja immer so menschlich und einfühlsam,dann unternehmt was für diese betroffenen Menschen,denn es werden immer solche geben ,mit dieser Krankheit.

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    Arbechter

    ooohhh, als mann kann ech mär jo schlecht "virstellen" wei där leiden musst, awer wenschen iech allen betraffenen fraen dass där en geheier fand bei den staatsmediziner vun CNS, deien leider och an enger schungkescht geigeniwer vun där "journalistenministerin", leider, ma haalen iech daumen dass där iert Recht zeougesprach kritt,- där sid awer dovir nach emmer schein Dammen mat Fraaenstolz

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