7. März 2017

Anzahl der Disziplinarverfahren gegen Luxemburger Polizisten streng geheim

Das LESERFORUM von „Privat“

In Belgien gab es im Jahr 2015 insgesamt 559 Disziplinarverfahren gegen belgische Polizisten. Die Verfahrensergebnisse sind auf 262 Seiten für die Presse frei verfügbar.

Es wird ausdrücklich vor einer allgemeinen Laxheit in Bezug auf solche Verhaltensmuster von nicht wenigen Polizisten gewarnt.

Die Disziplinarkommission beschrieb dem belgischen Innenminister die Situation als "insbesonderes Phänomen". In den meisten Fällen war Alkohol im Spiel und Verkehrsregeln wurden als Option betrachtet.

In Luxemburg wird die Anzahl an Disziplinarverfahren gegen Polizisten wie das Bank- und Arztgeheimnis streng vertraulich gehütet. Rechnet man die Zahl aus Belgien auf Luxemburg um, sind es statistisch gesehen um die 30 Disziplinarverfahren gegen Luxemburger Polizisten pro Jahr.

Luxemburg Privat berichtet momentan von etlichen Disziplinarverfahren gegen Luxemburger Polizisten. Dies ist aber nur die Spitze des Eisbergs, weil Luxemburg Privat hauptsächlich die Verfahrensergebnisse vorliegen, die vor dem Verwaltungsgericht verhandelt wurden.

In den meisten Fällen, wird die "10-Prozent-Strafe" verhängt, wie die Polizisten sie scherzhaft nennen. Man gehört erst richtig dazu, wenn man eine solche Strafe und einige Verwarnungen ausgesprochen bekam. Die Situation ist vergleichbar mit jungen Universitätsstudenten, die während einer langen Nacht "getauft" werden. Bei solchen Taufen fliesst reichlich Alkohol, alles wird runtergeschluckt und wieder ausgespuckt und neue Kleider kann man sich danach auch kaufen. Bei der Luxemburger Polizei ist man erst "getauft" und man gehört zum Team, nachdem man diese sogenannte "10-Prozent-Strafe" erhielt.

Bei einem Entzug von 10% eines Monatslohns, was einige 100 Euro ausmacht, ist es nicht sinnvoll vor dem Verwaltungsgericht gegen die Strafe des Disziplinarrats vorzugehen. Selbst bei einem Freispruch bleibt man trotzdem auf den Anwaltskosten von mindestens 1.000 Euro sitzen. Deshalb ist die Anzahl der tatsächlischen Disziplinarverfahren erschreckend hoch. Eine genaue Zahl will niemand wirklich wissen.

René K.

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    M.T.

    Ich sage ja immer : Die Polizei : Dein Freund und Helfer oder war es : Dein Feind und Uebeltäter

     

     

     

    Wir hatten eine Menge Aerger mit etlichen Polizeibeamten und brauchten fast fünf Jahre um unseren Verdacht bestätigt zu bekommen. Wir haben einfach nicht aufgegeben bis dass wir eine schriftliche Bestätigung der "Inspection Générale de la Police" hatten; und gegen vier bis fünf Beamte ein Disziplinarverfahren eingeleitet wurde; mit dem Ergebnis dass unser Problem so gut wie gelöst wurde!

    Also unser Motto lautet: Nie aufgeben auch wenn es manchmal lange dauert! Wie heist es in einer Reklame: Früher oder später wir kriegen euch alle!

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    Quoideneufdocteur

    @Mr T

    Also ich bin nicht damit einverstanden, dass sie eine Verwaltung pauschal verunglimpfen.

    Ich bin eher der Ansicht, dass es innerhalb der Polizei ca 25% sogenannte -faule Äpfel- gibt, welche schlichtweg für den Beruf im Aussendienst untauglich sind.

    Ich weiss ja nicht, welcher Art ihre Probleme waren, und werde dies nicht kommentieren, aber eines ist sicher: eine Dauer von 5 Jahren für eine IGP-Untersuchung ist auch für mich inakzeptabel.

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    M.T.

    an Quoideneufdocteur Ich gebe Ihnen Recht! Nicht alle Polizeibeamten sind "schwarze Schafe" ! Aber leider gibt es die aber, so wie überall . Die IGP-Untersuchung hat keine 5 Jahre gedauert; ging ganz schnell hat nur ein paar Wochen gebraucht; aber um die Beweise unseres Verdachts vorlegen zu können dass es eben "schwarze Schafe" bei der Polizei gibt hat eben lange gedauert und viele Nerven gekostet, mit dem Erfolg dass es am Ende doch rausgekommen ist.

    Wir brauchen die Polizei , ganz klar, nur sind etliche Beamten mit diesem Beruf total überfordert und für mich deshalb dafür untauglich!!

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