16. Februar 2017

AKTUALISIERT/ Lokführer von Bettemburg: Warum wird das Bild gezeigt? L'Essentiel entschuldigt sich

Die institutionellen Medien haben jegliche Scheu verloren

„Privat“ ist eine Boulevard-Zeitung. Immer nah dran. Hier werden Ross und Reiter genannt. Nicht selten sind es die institutionellen Medien des Landes, die genau das kritisieren. Und dann Zeter und Mordio schreien. Merkwürdig: Im Fall des beim Zugunglück von Bettemburg verstorbenen Lokomotivführers verlieren sie jede Scheu – und veröffentlichen seinen Namen und sogar sein nicht unkenntlich gemachtes Bild! Und das, nachdem ihm schwere Vorwürfe gemacht wurden.

Genau in dem Fall, in dem „Privat“ anders entschieden hat. Aus gutem Grund! Denn der Verstorbene hat Familie, die um ihn trauert. Und das ist nicht das einzige…

Wie sind die Journalisten auf den Namen und an das Bild des CFL-Mitarbeiters gekommen? Der Mann war Trainer der Damen-Fußball-Mannschaft des FC Rodange. Der Verein war geschockt, als er die Todesnachricht empfangen hat. Das macht sprachlos. Und die Sportler haben ihre Trauer auf dem Weg über Facebook Ausdruck verliehen.

Das ist anständig. Und völlig in Ordnung.

Allerdings: Alle institutionellen Medien in Luxemburg haben auch darüber berichtet, dass der Lokführer, der bei dem Unfall ums Leben gekommen ist, wohl einen Fehler gemacht hat. Er habe, hatte die CFL mitgeteilt, ein Haltesignal nicht beachtet. Und so den Crash verursacht.

Dabei hat er nicht nur selbst sein Leben verloren – es wurden auch andere verletzt. Außerdem ist es zu einem immensen Materialschaden gekommen.

Das sind schwere Vorwürfe. Die bisher weder von einem unabhängigen Gutachter noch von einem Gericht bestätigt worden sind! Und: Im Zug gab es eine Art „Black-Box“. Sie zeichnet Geschwindigkeit, Bremsvorgänge und mehr aus.

Doch die „Black-Box“ liegt noch bei der Staatsanwaltschaft. Sie lässt sie auswerten.

Bis dahin sind es unbelegte Vorwürfe, mit denen die Familie des Eisenbahners trotz ihrer großen Trauer leben muss. Wegen einer Vorverurteilung der institutionellen Medien. 

 

AKTUALISIERT:

Die Entschuldigung von „L’Essentiel“

Liebe Leser,

wir bedauern es ausdrücklich, falls wir mit unserer Berichterstattung die Gefühle der Familie des beim Zugunglück von Düdelingen gestorbenen Lokführers verletzt haben. Das war in keiner Weise beabsichtigt. Unsere Absicht war es vielmehr, mit dem Artikel die menschliche Anteilnahme von Kollegen und Freunden deutlich zu machen und zu zeigen, dass es viele Menschen in Luxemburg gibt, die das Schicksal des CFL-Mitarbeiters bewegt.

Das Foto wurde zunächst von einem ...Fußballverein über Facebook öffentlich gemacht und dort sehr positiv aufgenommen. Aufgrund der breiten öffentlichen Anteilnahme an dem Zugunfall haben wir entschieden, diese Hommage an den Lokführer in einem Artikel zu thematisieren. Ein Foto von Manuel war auch bei einem öffentlichen Trauermarsch am 15. Februar auf dem Hauptbahnhof Luxemburg zu sehen. Insofern stehen wir weiterhin zu unserer Entscheidung, Fotos, die in Zusammenhang mit dem Zugunfall stehen, zu veröffentlichen. Gleichwohl wollen wir unter keinen Umständen Wut oder Empörung bei Angehörigen und unter unseren Lesern auslösen. Wir versichern, das Thema weiterhin mit der geforderten Sensibilität zu behandeln.

Mit freundlichen Grüßen

Die Redaktion / Chris Mathieu, Chefredakteur

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    Arbechter

    Waat een awer och mist luewen op där anerer säit, dat deen franseischen lockführer nach eseou schnell reageirt huet vir neoutbrems vun "sengem" zuch nach konnt betätegen, heen huert jo awer secher och seng famil dei sech suergen iwer heen mecht,- awer och dei franseisch schaffnerin dei een sollt luewen vir hiert schnellt reageieren an katastrof eseou schnell wei er hir nach meigelesch war konnt melden, sie huet jo och secherlech hir famil deien mat hierem trauma mussen elo liewen, keen vun letzebuergescher säit huet nach eppes iwer dei schicksalsbetraffen menschen berichtet, awer net dach..weil et keng letzebuerger sin....

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    Filipe Marques

    Die Damen und Herren mit der Pressekarte an der Windschutzscheibe die nicht alles schreiben dürfen müssten doch jetzt Stellung nehmen und sich sofort entschuldigen und dies bei der Trauernden Familien wo liegt da noch der Respekt Bild und Namen zu publizieren?

    Erinnere an die Super Top Leistung aller unseren Freiwilligen u.a aus den Rettungsdiensten die für 2 Kröten die Stunde sich die Bilder des Grauens anschauen mussten. Die würden es auch umsonst tun nur um Menschenleben zu retten.

    Unseren Großherzog müsste sich auch bei allen Freiwilligen bedanken und vor allem ab jetzt bei jedem National-Feiertag in die Händeklatschen wenn sie an ihm vorbeimarschieren.

    Meinerseits vielen Dank für deren Super-Job! Rate jedem, nicht über diesen Einsatz zu schweigen!

     

     

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    Filipe Marques

    Beim erweisen der letzten Ehre gehören, Trauermarsch, Arbeitskollegen sowie Kerzen und Blumen sowie ein Bild sei es nur um sein eigenes Trauer zu beginnen und dies als Kameraden,klar können Familien sich nichts damit kaufen aber zu wissen dass seine Arbeitskollegen ihren Sohn liebten ist Respektvoll.

     

    Hinzugehen und das Argument zu benutzen "Ein Foto von...war auch bei einem öffentlichen Trauermarsch am 15. Februar auf dem Hauptbahnhof Luxemburg zu sehen" ist unterste Schublade es ist wie alle die beim vorbei fahren eines Unfalls Bilder zu schießen und die später online setzen einfach kein Respekt mehr vor gar nichts mehr!

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    Selena

    Encore une fois la maison de presse du sud de Luxembourg démontre que la déontologie et la loi sur les médias ne les concernent pas. Le dossier est déjà bien rempli depuis 8ans. 

    Note de la rédaction : Il ne faut pas oublier que c’est le « Wort » qui a été le premier média à afficher en grand la photo du machiniste.

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    Arbechter

    Traurig genug dass jetzt über die "Fehler" der journalisten, von der staatspresse gegenüber der unabhängigen freien medienpresse, ein solcher tammtamm geführt wird, und der sonst so arroganter, in seinem verhaltenswesener "general", der so von sich selbst überzeugt ist, dass er fast vergisst das er auch nur zur toilette gehen muss, dieser, der nicht neutralen luxbrg.-presseorganisation der EU, nicht mal den anstand besitzt die eigenen fehler selbst zu zugeben in format seiner organisation der unterdrückten journalisten, doch wie sagt ein sprichwort..."der andere eine grube bauen will sollte aufpassen nicht selbst hinein zu fallen"...auf ein guter schluck wisky herr general...und ein passendes lobeswort an die journalisten der unabhängigen boullevard zeitung des Privat, Nicolas-Verlag,

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