21.01.2012 / „Züricher Ball“ einmal anders: Kopfnuss endete in Zahnklinik
Sechs Monate Haft gefordert
Von unseren Gerichtsreportern, direkt und exklusiv aus dem Gerichtssaal
Der traditionelle „Züricher Ball“ der Luxemburger Studenten erscheint immer als fröhliche, glanzvolle Studentenfeier. Doch Studenten unter sich können auch anders. Das musste jedenfalls Bernard (20) erfahren, der als Opfer einer heftigen Kopfnuss vor dem Bezirksgericht in Luxemburg erschien. Sein Kontrahent blieb der Verhandlung fern.
Es war der 26. Dezember 2010, als Bernard zum beliebten „Züricher Ball“ der Luxemburger Studenten pilgerte und mit vielen anderen ausgelassen feierte. Bernard: „Es war gegen vier Uhr morgens, ich war auf dem Weg zu den Bussen. Beim Verlassen des Parc Hotels hat mich dann der Angeklagte provoziert. Ich bin leider darauf eingegangen. Er war nur auf Streit aus.“
Obwohl Bernard sagte, er solle sich nicht so aufspielen, provozierte sein Gegenüber weiter. „Plötzlich wurde ich gepackt. Er versuchte sein Knie in meine Genitalien zu rammen. Das konnte ich abwehren. Doch dann bekam ich eine Kopfnuss. Er war kleiner als ich, so knallte seine Stirn direkt auf meine die Zähne. Danach ist er einfach gegangen“, so Bernard.
Die Folgen waren heftig. Der Student musste ins sofort in Krankenhaus, dann in eine Zahnklinik. Was folgte waren langwierige Zahnbehandlungen. Das Kopfnuss-Opfer fordert nun 1.000 Euro Schadensersatz. „Der Prozess scheint den Angeklagten ja nicht zu interessieren, da er nicht anwesend ist. Ich fordere sechs Monate Gefängnis und eine hohe Geldstrafe“, forderte der Staatsanwalt.


