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04.03.2010 / Todesschuss der Polizei: da gibt’s noch viel zu lernen

Der Fisch stinkt vom Kopf her...

Eigenkommentar aus unserer Redaktion

Der fatale Schuss auf den Einbrecher aus dem Oberpallener „Pallcenter“ hat Luxemburg gespalten: die einen rufen nach noch mehr Härte gegen flüchtende Straftäter auf, die anderen protestieren heftig gegen den fatalen Schuss. Auf den Foren im Web und auch an den Reaktionen die uns seit gestern Morgen massenweise erreichten, kann man diese Spaltung feststellen und die ist beängstigend.

„Ein toter Dieb ist ein guter Dieb“ oder „Weiter so, Jungs!“ als Aufruf an unsere Polizei sind erschreckende Meinungen. „Man erschiesst keinen Flüchtenden, der keine Gefahr mehr darstellt“ oder „Wann werden unsere Polizisten wirklich richtig in Sachen Waffengebrauch ausgebildet?“ scheinen da schon etwas besonnener.

Das Drama, das in Oberpallen begann, lässt einen toten Ganoven zurück und einen traumatisierten Polizisten, der wohl versucht hat, seinen Job richtig zu machen und durch die Ereignisse womöglich überfordert war. Und zeigt auf die Gefahr hin, die jeder Polizist, so engagiert und voller guten Willen er auch sei, doch für die Allgemeinheit darstellt. Nur: das Problem ist nicht zu lösen. Irgendwer muss doch Waffen tragen und dann kommen auch solche Pannen vor! Und in den heutigen Zeiten, wo die Kriminalität in Luxemburg steigt und steigt, ist es doch beruhigend, über bewaffnete Polizisten zu verfügen, solange sie denn ausgeglichen und moderat handeln. Das Problem ist allerdings, dass Polizeichef Nettgen noch letzte Woche diese steigende Kriminalität verneinte. Und Polizeisprecher Reuter hat gestern die Schuld im Gesicht (und in den Worten) gestanden, noch bevor die Belgier sich äusserten. Wahrlich kein guter Kontext für den bedauernswerten Polizisten, der den Täter eines versuchten Einbruchs erledigte. Polizeiarbeit ist immer eine Sache von Verhältnismässigkeit und da haben nicht nur die Basispolizisten, sondern auch Leute wie Nettgen noch viel zu lernen!

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