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20.01.2012 / Stiefvater tyrannisierte ganze Familie

Ehefrau, Tochter und Sohn geschlagen?

Von unseren Gerichtsreportern, direkt und exklusiv aus dem Gerichtssaal

„Häusliche Gewalt“ heißt die Anklage gegen einen französischen Familienvater vor dem Bezirksgericht in Luxemburg. Direkt mehrere Fälle gewalttätiger Übergriffe gegen seine Ehefrau, seine Stieftochter und seinen Stiefsohn werden ihm zur Last gelegt.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Mann, seine Familie über mehrere Jahre grundlos tyrannisiert und verprügelt zu haben. Mittlerweile ist das Paar geschieden. „Mein damaliger Mann hatte oft Ausraster, wenn ihm etwas nicht passte oder er gestresst war. Er ließ seine Wut grundlos an uns aus. Er hat mich an den Haaren gezogen, packte mich am Arm und zog mich durch die Wohnung, drohte mich und die Kinder umzubringen“, so die damalige Ehefrau vor Gericht.

Der Sohn ist noch minderjährig, wird dennoch vom Gericht angehört. „Ich habe oft Faustschläge in den Bauch und auf den Rücken bekommen. Er zog mich an den Haaren, schlug mich mit dem Teppichklopfer. Nachdem ich 13 Jahre war, ließ die Gewalt gegen mich etwas nach, weil ich mich verteidigte.“

Auch die Tochter berichtet von Schlägen und Drohungen. „Mein Stiefvater war sehr launisch, ließ seine schlechte Laune gerne an uns aus. Er zog mich an den Haaren, schlug mit den Fäusten und trat mich.“ Unter Tränen und mit stockender Stimme fährt sie fort: „Meine Mutter stellte sich oft zwischen ihn und uns, schützte uns vor den Schlägen. Mein Bruder und ich lebten in einem Internat, daher waren wir nicht so oft zu Hause. Doch wenn wir da waren, gab‘s Schläge.“

Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe, bestätigt aber, dass es mit den Kindern und seiner damaligen Frau von Anfang an schwierig war. „Ich habe alles versucht, habe unsere Wohnung finanziert, unglaubliche Anstrengungen unternommen, damit wir eine richtige Familie werden können. Ich habe meine Frau wirklich geliebt, alle bedeuteten mir sehr viel. Doch auf einmal waren alle gegen mich. Meine Frau hat die Kinder gegen mich aufgehetzt“, so der Mann.

Auf die Frage der Staatsanwaltschaft, ob er die Kinder jemals geschlagen hätte, antwortete der Angeklagte: „Nicht mit Fäusten und getreten habe ich auch nicht, wie ich hier beschuldigt werde. Mal eine Ohrfeige, ja. Aber mehr nicht.“

Die Verhandlung wird am 27. Februar mit den Plädoyers fortgesetzt.

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