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21.02.2010 / Sonntagskommentar - Burnout und Stress: die falschen Krankheiten

Es wäre dringend an der Zeit, dass der Luxemburger sich wieder in den Griff bekommt

Der Sonntagskommentar aus unserer Redaktion

Burnout, Stress auf der Arbeit, Mobbing. Und so weiter, und so fort… Um so mehr die Krise, die wirtschaftliche, sich ausweitet, um so mehr lässt der Mensch sich gehen. In Zeiten, wo es vor allem von Nöten wäre, sich zusammen zu reissen, sich gegenüber den Anforderungen des Lebens, des beruflichen, zu bewähren und diese zu meistern, wird immer mehr nach Entschuldigungen für den Abbau der eigenen Leistung gesucht. Das „Burnout“, eine immerhin neue Krankheit, wird vor allem von Alkoholikern missbraucht. Natürlich nicht nur, denn früher nannte man diese Krankheit wohl „Depression“. Mobbing wird vor allem von (natürlich nicht immer) schwer integrierbaren Arbeitnehmern missbraucht und Stress auf der Arbeit, na ja… Arbeit ist nun einmal Stress und stressfreie Jobs sind eine Utopie. Alles was auf Leistung hinausgeht bringt unausweichlich auch Stress mit sich. Das fängt in der Spielschule an und zieht sich durchs ganze Leben. Den Stress im Leben, auch im Berufsleben, als Krankheit zu stigmatisieren, ist, wie wenn man heute noch an die berühmt berüchtigte dritte Phase des Kommunismus glauben würde, Sie wissen, jene wo die grossen Vordenker à la Lenin versprachen der Mensch würde sehr wenig arbeiten, sehr gut verdienen und sehr sehr viel Freizeit haben.

Es ist an der Zeit, sich wieder zu besinnen, in die Hände zu spucken, das Bruttosozialprodukt zu steigern (Sie erinnern sich bestimmt noch an das Lied der Spider Murphy Gang mit dem legendären „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt…“) und nicht immer wehleidiger zu werden. Alle auch noch so simplen Ausreden scheinen gut genug zu sein, sich aus der Verantwortung zu stehlen und sich regelrecht gehen zu lassen. Genau in einem wirtschaftlichen und sozialen Moment, wo eine Gegenreaktion das einzig Richtige wäre. Also, Luxemburger Männer und Frauen: rappt Iech mol rem um Bidong! Und bedenkt, dass bei den Kleinunternehmern, bei jenen, die keine 40-Stundenwoche, keine langen Urlaube, aber Existenzsorgen kennen, die „Burnout“-Rate oder jene der Stresserkrankungen sonderbarer Weise viel viel kleiner ist, als beim gewöhnlichen Arbeitnehmer. Wem das nicht zu Denken gibt, dem ist nicht zu helfen… Also, Burnout und Stress in allen Ehren: es gibt sicherlich Menschen, die unfreiwillig daran erkranken. Aber doch nicht massenweise, wie in den letzten Jahren!

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