26.01.2012 / Schwarzer spielte Rambo: Beamtenbeleidigung, Bedrohung, Körperverletzung...

Richter: "Sie waren nicht zu beruhigen, deshalb das Reizgas. Oder wäre es ihnen lieber, dass man ihnen ins Knie geschossen hätte?"

Von unseren Gerichtsreportern, direkt und exklusiv aus dem Gerichtssaal

Milton heißt der kräftige, dunkelhäutige Mann, der in Luxemburg vor dem Bezirksgericht steht. Ihm wird gleich eine ganze Latte von Straftaten vorgeworfen: Beamtenbeleidigung, Bedrohung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, schwere wie auch leichte Körperverletzung.

Laut Staatsanwaltschaft hat Milton am 23. Juni 2011 in der rue d’Epernay, nahe dem Luxemburger Hauptbahnhof, eine wahre Straßenschlacht veranstaltet. Milton bekam demnach Streit mit seiner Cousine, führte diesen auf offener Straße mit ihr aus. In die heftige Diskussion mischte sich ein zufällig vorbeikommender Passant ein und bekam prompt die Quittung. „Der Angeklagte schlug mir direkt ins Gesicht, brach mir die Nase. Er hat die Frau angeschrien und gegen eine Fensterscheibe gedrückt“, so der Zeuge.

Polizist Patrick: „Wir bekamen einen Funkspruch über eine Schlägerei, es könnte auch ein Messer im Spiel sein. Als wir ankamen schrie eine Frau hysterisch um Hilfe. Mein Partner und ich packten uns den Mann, doch er riss sich los und schlug mir mit der Faust auf die Nase. Ich blutete sofort, meine Zähne waren auch eingeschlagen. Ich taumelte und der Angeklagte wehrte sich extrem heftig.“

Die Streifenbeamten mussten Verstärkung rufen. Erst mit dem Einsatz von Pfefferspray konnten die Beamten den Mann überwältigen. Polizist Paulo: „Auf der Wache wollten wir ihm die Augen auswaschen, damit es ihm besser geht. Dabei hat er mich bespuckt. Er beruhigte sich einfach nicht. Wir konnten ihn nicht einmal richtig durchsuchen. Da haben wir ihn in die Sichtungszelle gesteckt, bis er ruhiger wurde.“

Milton: „Ich kann mich an nichts von dem erinnern. Ich war komplett betrunken.“ Bei dem Angeklagten wurden rund zwei Promille festgestellt. Nachforschungen ergaben, dass er Bier, Wodka und Martini im Wert von über 70 Euro getrunken hatte.

Milton: „Ich sage nicht, dass ich es nicht war. Ich wüsste selbst gerne was passiert ist.“ Der Angeklagte beschwerte sich vor Gericht über die Methoden der Polizei. Der Richter bügelt ihn ab: „Sie waren nicht zu beruhigen, deshalb das Reizgas. Oder wäre es ihnen lieber, dass man ihnen ins Knie geschossen hätte?“

Auch die Akte Miltons ist prall gefüllt, hat viele Einträge. Die Polizisten, wie auch der Zeuge forderten Schmerzensgeld in der Höhe von insgesamt 5.750 Euro. Die Anwältin von Monteiro bat das Gericht um die kleinstmögliche Freiheitsstrafe. „Der Mann hat drei Kinder, ist bereit wieder zu arbeiten. Außerdem will er eine Therapie machen“, so die Anwältin. Der Staatsanwalt fordert für Milton18 Monate Gefängnis und 500 Euro Geldstrafe.

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