05.09.2010 / RTL und die Informationspolitik: katastrophaler geht’s nicht!
Rundfunk: schnelle lokale Informationen. Aber nicht bei RTL-Lëtzebuerg!
Warum nicht mal wieder am Sonntagmorgen um 8 Uhr die RTL-Nachrichten im Rundfunk hören ? Um sich die lokalen Nachrichten aus Luxemburg zu genehmigen… Man will ja wissen, was so im Ländchen passiert. Zumal ja unsere so wackere „Radiostation“ seit 13 Stunden keine Nachrichten mehr gesendet hat. Auch Journalisten müssen mal ausruhen…
Und wie jeden Tag hat RTL in Luxemburger Sprache seine Informationspflicht wieder „à la perfection“ ausgeübt. Das Menu der Acht-Uhr-Nachrichten vom Sonntag, den 5. September:
1-Regierungskrise in Belgien
2-Erdbeben in Neuseeland
3-Aufruhr im Kaukasus
4-Gefechte im Gazastreifen
6-Krawalle in Hamburg
Dann sagt einer dieser unnachahmlichen Nachrichtensprecher, dass man jetzt zum „Lokales“ kommt:
7-Unfall auf der Saarautobahn
Und schon sind wir beim Sport und dann beim Wetter.
Frage: was ist denn in Luxemburg passiert? Bestimmt so einiges, aber es ist eben einfacher, die Nachrichten der ausländischen Agenturen abzulesen, als nach Informationen aus Luxemburg zu suchen. Wenn jetzt die wackeren und zahlreichen RTL-Journalisten aus dem Rundfunk versucht haben, sich beim Abendjournal des RTL-Fernsehens vom Vortag zu inspirieren oder nach Infos auf ihrer eigenen Webseite gesucht haben, dann kann man die Nachrichtenleere am Sonntagmorgen verstehen: Im TV herrschte am Samstagabend ebenfalls schreckliche gähnende Leere und im Web gab es am ganzen Samstag drei nationale News, ein kleiner Unfall um 19 Uhr 40, eine Mitteilung aus Cattenom um 13 Uhr 56 und eine Polizeikontrolle um 17 Uhr 56. Und dann war auch da Pause...

