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22.01.2012 / P L E I T E !

Der Sonntagskommentar aus unserer Redaktion

Die Nachricht, die da in der Zeitschrift « Deutsche Mittelstands Nachrichten» erschien, hat mich richtig erschreckt, auch wenn sie nur das bestätigt, was meine Kollegen und ich seit langer Zeit immer wiederholen: Luxemburg ist wegen seiner versteckten Schulden mehr als gefährdet, in seiner Stabilität mehr als bedroht! „Eine neue Facette der Verschuldung in Europa ergibt sich, wenn man auch die verdeckten Schulden einbezieht. Demnach steht Luxemburg wegen des großzügigen Rentensystems so schlecht da wie kaum ein anderes Land der Euro-Zone. Nur Griechenland liegt noch hinter Luxemburg.“, kann man da lesen. Und weiter: „Dies ist pikant: Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker spielt als Chef der Euro-Gruppe eine tragende Rolle in der EU, wenn es um Haushalts-Stabilität und Schuldenabbau geht“.

Jetzt wird Luxemburg ob seiner wirtschaftlichen Leistung sogar verhöhnt. Weil jene, die in diesem Land, pardon, Ländchen, für finanzielle Ordnung und wirtschaftliches Gleichgewicht sorgen sollten, versagt haben. Zwei frühere Anwälte (Juncker und Frieden) und ein Gymnastiklehrer (Krecké) haben nicht allein, aber zu einem guten Teil, den Karren in den Dreck gefahren. Um das zu bewerkstelligen, was Juncker bereits vor mehr als einem Jahrzehnt vorhatte, musste ein 700 000-Einwohnerstaat her. Der kommt allerdings nicht. Um das zu bewerkstelligen, was Juncker bereits vor zwei Jahrzehnten vorschwebte, musste eine Arbeitnehmerschaft aus dem Ausland in einer so grossen Masse importiert werden, dass einem der Kopf drehte, wenn man an die einmal entstehenden Pensionsansprüche dachte. Nicht nur wir haben davor gewarnt, aber bei denen, die dieses Land leiteten und leiten, stiess man immer wieder auf taube Ohren.

Jahrzehntelang haben die Juncker und Co sowie ihre Vorgänger ein Land regiert, was von selbst –mit wenigen Ausnahmen- einen sehr gesunden wirtschaftlichen Kurs hielt. An mögliche Krisenzeiten hat keiner gedacht, wollte keiner denken. Heute weiss der gemeine Luxemburger es besser, wenn er denn ausländische Zeitungen liest oder TV-Sender guckt: Junckers angeschlagene Glaubwürdigkeit und Junckers mangelnde Sachkenntnisse, über die er jahrelang mit seinen flotten Sprüchen und seiner forschen Art und Weise hinwegtäuschen konnte, sind aufgedeckt. Sowohl als Eurogruppen-Chef als auch als Euro-Retter, als Krisenmanager und als Premier in Luxemburg hat er schlussendlich kläglich versagt. Er und seine Mannen haben aus dem einst reichsten Land der Welt ein Land gemacht, das jetzt noch unter ferner liefen rangiert und in dem es stetig bergab geht.

Die Schuld daran will ich Juncker und Co nicht alleine geben. Auch ein Anwalt oder ein Sportler kann ein guter Minister sein, wenn die Berater, die ihm als Staatsbeamte zur Seite stehen, couragiert, tauglich und initiativfreudig sind. Aber da fällt die Schuld doch wieder auf die Politiker zurück. Denn in diesem Ländchen der Vetternwirtschaft und der obligatorischen Parteizugehörigkeit haben sie das System des Klientelismus zur Perfektion gebracht, was mit sich bringt, dass nicht unbedingt alle hochkarätigen Beamten ihrer Aufgabe gewachsen sind. Die erschreckende Konsequenz daraus liegt jetzt vor!

Jean Nicolas

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