08.11.2011 / Leserforum: Der Zinseszins ist tödlich!
Reaktion zum Sonntagskommentar
Mit grossem Interesse verfolge ich Ihre Artikel zum Thema Finanzkriese. Im letzten Sonntagskommentar "Die Namen der Schuldigen!" bekommt der Leser den Eindruck dass unsere Politiker die Schuldigen an der gegenwärtigen Finanzkrise sind. Das stimmt allerdings nur zum Teil.
Zurecht wird darauf hingewiesen dass ein Europa mit einer einzigen Währung, dem Euro, nicht wie erhofft zu mehr Wohlstand führt. Dafür sind die Länder mit ihrer Mentalität und Wirtschaftleistung zu verschieden. Als Puffer konnte früher eine schache Wirtschaftsnation ihre Währung abwerten und war dann wieder konkurenzfähig. Jedoch haben Sie einen wesentlichen Aspekt in Ihrer Überlegung vergessen: den Zinseszins. Der Zinseszins entwickelt im Laufe der Zeit eine immer steilere Kurve wobei die Vermögen und gleichzeitig die Verschuldung rasant anwachsen. Zum Beispiel verdoppelt sich bei einer gängigen Verzinsung von 5% die Geld/Schuldmenge alle 15 Jahre. Nach 94 Jahren hat sich der Wert sogar verhundertfacht (1,05^94 Jahre= 98,1)! Und die Kurve steigt unerbittlich weiter an und wird immer steiler. Da die Erde nur begrenzte Ressourcen hat, kann es auch keine Sicherheiten für dieses exponenielle Wachtstum geben und es muss zum Crash kommen der einerseits die Geldmenge verringert und gleichzeitig die Schuldenmenge (siehe Anhänge Zinseszins). Carlo P. (Vollständiger Name ist der Redaktion bekannt).
-"Mr Dax" Dirk Müller erklärt das Verteilungsproblem und den Zinseszins bei Markus Lanz (7 min.) http://www.youtube.co/watch?v=ihT6uOSl5s0
-Bernd Senf mit dem Vortrag "Der Euro vor dem Zerfall ?" (insgesamt 200 min) http://www.youtube.com/watch?v=rKeXjXIU-WY


