14.02.2012 / LESERFORUM/ Warum kann ich auf Luxemburgischen Tankstellen kein Winterdiesel tanken?
In allen anderen Ländern gibt es Winterdiesel, nur in Luxemburg nicht!
Winterdiesel ist in Luxemburg nicht vorgeschrieben, es gibt kein Reglement für die Mischung mit Additiven. In allen anderen Ländern gibt es Winterdiesel, auf allen Tankstellen - insgesamt 16 Länder, wie Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande oder Österreich. Nur Luxemburg nicht. Warum?
Die Deutschen werden in ihren Nachrichten auf das Qualitätsproblem bei Diesel in Luxemburg hingewiesen. Sie raten den Autofahrern ab in Luxemburg zu tanken. (…) Nur in Luxemburg gibt man keine Hinweise über Radio, Fernsehen oder Presse für Autofahrer, wie man bei minus 15 bis 18 Grad ohne Schwierigkeiten mit dem Diesel durch den Winter kommen kann. Der ACL hat schon genug zu tun mit Autobatterien oder anderen Startschwierigkeiten. Nicht jeder Autofahrer hat eine Garage für sein Fahrzeug (...). Winterreifen macht man obligatorisch, warum nicht auch den Winterdiesel?
Dem Winterdiesel sind Additive zugemischt die das Ausflocken von Paraffinen bei niedrigeren Temperaturen reduzieren. Ohne diese Zusätze bilden sich in den Kraftstoffleitungen Paraffinkristalle, die durch Verstopfen des Kraftstofffilters, ein Durchfließen des Dieselkraftstoffs vom Tank zum Motor verhindern. Die Filtrierbarkeitsgrenze ist im Winterdiesel gegenüber dem Sommerdiesel deutlich herabgesetzt.
Das Biologische beimischen von Zusatzstoffen ist derzeit 2%, aber für die EU-Norm zu erreichen, muss die Groupement des Pétroliers in den nächsten Jahren 10% beimischen. Frage: Warum nicht Additive beimischen, was den Motor sowie die Leitungen und Zündkerzen sauber halten?
Ein weiterer Grund für das Einfrieren des normalen Dieselkraftstoffs ist, dass dieser bis zu 8% Wasser aufnehmen kann, das dann im Winter gefriert. Viele Diesel-PKW sind mit einer Filter-Vorwärmung ausgestattet, die den Betrieb mit Winterdiesel sicherstellen.
Die Nutzbarkeit des Dieselkraftstoffs ist jahreszeitabhängig in der Euro-Norm EN 590 geregelt. Der Winterdiesel muss von Mitte November bis Ende Februar einen Wert von mindestens minus 20 Grad aushalten. Viele Mineralölfirmen setzen den Wert in den Wintermonaten sogar auf minus 22 Grad herab. In einer Übergangszeit muss Dieselkraftstoff bis minus 10 Grad funktionieren. In Deutschland ist dies von Anfang Oktober bis Mitte November sowie vom Anfang März bis Mitte April gefordert. (…)
Frage an den Groupement des Pétroliers ob auch in Luxemburg diese Werte erreicht werden?
Die Additive werden dem Grundöl beigemischt (bis zu 30%). Je nach der Art der Anwendung werden die Additive ausgewählt, um die geforderten Eigenschaften zu gewährleisten. Bei Getriebeölen sind Additive für bestimmte Zwecke, z.B. zur Erhöhung der Druck - und Scherfestigkeit unerlässlich. Fährt man in die Skandinavischen Länder, in denen noch niedrigere Temperaturen zu erwarten sind, wird neben dem Winterdiesel noch Polardiesel angeboten. Hierbei handelt es sich um einen Dieselkraftstoff, der mit Hilfe weiterer Additive teilweise bis minus 40 Grad nutzbar ist. (…)
Die EN 590 definiert fünf Klassen von Dieselkraftstoffen für arktische Klimazonen. Auch wenn es nicht vom Gesetzgeber gefordert wird, greifen Hersteller für Premium-Diesel auf diese Definitionen zurück.
Bei neueren Dieselmotoren im LKW wird AdBlue nicht als Additiv bei der Verbrennung, sondern aus einem meist neben dem Diesel-Tank angebrachten AdBlue-Tank in einen speziellen Stickoxid-Katalysator elektronisch geregelt eingesprüht. Dadurch können die gesundheits- und umweltgefährdenden Schadstoffemissionen stark reduziert und die strengen Normen der Euro 4 und Euro 5 erfüllt werden.
Eine Empfehlung an das Energieministerium und an den Energieminister Marco Schanck zu diesem Thema Stellung zu nehmen und für Aufklärung bei den Automobilisten zu sorgen!
Robert Hubert
IHRE MEINUNG INTERESSIERT UNS zu diesem Thema UND zu jedem anderen


