02.02.2012 / LESERFORUM/ Selbstmordrate: Kleines Luxemburg ganz groß
Hier sollten Politiker nicht wegschauen
Zum Artikel „Selbstmorde erreichen gehobene Gesellschaft“ in Ausgabe 263 von „Privat“ erreicht uns folgender Leserbrief:
Endlich einmal eine Zeitung, die sich des wirklich beklemmenden Problems Selbstmord annimmt. Es ist bezeichnend, dass Luxemburgs Tageszeitungen dieses Thema im wahrsten Sinne des Wortes todschweigen. Selbst die von „Privat“ aufgezeigten Selbstmorde von Prominenten werden entweder nicht erwähnt oder heuchlerisch als „Unfall“ oder „tragischer Tod“ dargestellt. Was will man damit bezwecken? Was will man verschweigen? Oder ist es nur deshalb, weil es nach der katholichen Morallehre keinen Selbstmord geben darf?
Ich finde es äußert befremdlich, wenn Luxemburgs Statistiker, die sonst jeden Unsinn zählen, genau dieses grassierende Problem ausklammern. Dabei ist beim Selbstmord das kleine Luxemburg ganz groß! Es ist doch mehr als erschreckend, dass es pro Jahr mehr als 100 Selbstmorde gibt und jedes Jahr weitere 18 Selbstmorde hinzu kommen.
Hier sollten Politiker nicht wegschauen, sondern einmal gezielt nachfragen, welche Ursachen diese horrend hohe Zahl von Selbstmorden hat! Aber solange keiner die Selbstmorde zählt oder sie als das deklariert, was sie sind, bleiben auch Luxemburgs Politiker blind!
Karin P. (Name ist der Redaktion bekannt)
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