01.01.2012 / LESERFORUM/ Beim Luxemburger Staat beschäftigt und kaum genug zum Leben
"Hier heisst es ganz einfach: Vogel friss oder stirb"!
Ihr Artikel: Weitere Gehaltserhöhung: Jeder soll und muss Opfer bringen, außer EU-Beamte!
Ich habe ihren Bericht gelesen und muss mich gleich übergeben. Ich bin beim Luxemburger Staat beschäftigt auf Basis eines 1-jährigen Vertrages der sich "ATI" nennt. Das ist ein sogenannter Vertrag "admission au travail indemnisée" über unser Familienministerium zusammen mit dem Fonds National de Solidarité. Allerdings wird einem der berufliche Werdegang hier nicht angerechnet. Ich bin seit über 20 Jahren eine qualifizierte Sekretärin und hatte sehr hohe Posten u.a. war ich 16 Jahre als Bankangestellte im Dienste einer luxemburgischen Bank.
Da mein letzter Vertrag nur ein CDD von 5 Monaten war, bekam ich kein Arbeitslosengeld über die Adem, sondern erhielt RMG (1400,- € netto). Nun muss ich 40 Std./Woche arbeiten, ordentlich gekleidet sein, bin 11 Stunden unterwegs und erhalte sage und schreibe 1.600,- € netto! Whow! Ich bin alleinerziehend mit einem Kind und meine Miete beläuft sich bereits auf 1.000,- €. Nachdem ich sämtliche monatliche Taxen, wie Strom, Wasser, Telefon, TV, Bankdahrlehen, usw. abbezahlt habe, bleiben uns noch ca 150,-€ zum leben!
Hier heisst es ganz einfach: "Vogel friss oder stirb"!
Hauptsache ist doch, dass diejenigen, die schon enorme Gehälter beziehen, noch was drauf kriegen und womöglich noch so manches umsonst bekommen.
Ich brauche keine 6.500 Euro im Monat, aber wenn man schon von Solidarität gegenüber der Krise und vor allem von Sparmaßnahmen für jeden redet (für jeden, außer EU-Beamte natürlich), wieso werden dann diejenigen die einen Vollzeitjob ausüben, mit einem solch lächerlichen Gehalt ausgenutzt?
Ich möchte anonym bleiben, denn ich habe Angst meine Arbeit zu verlieren.
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