12.10.2011 / Kapverdianer rammte ein Auto und schlug Augenzeugen

Angeklagter: „Ich kann mich an nichts erinnern!“ Er muss jetzt in die Psychiatrie!

Von unseren Gerichtsreportern, direkt und exklusiv aus dem Gerichtssaal

Das einzige was Daniel, ein Kapverdianer, vor dem Bezirksgericht Luxemburg zu seiner Verteidigung zu sagen hatte: „Ich kann mich an nichts erinnern.“ Damit war die Wortmeldung des Angeklagten auch schon zu Ende. Das Opfer hingegen konnte sich noch gut an den Vorfall erinnern: „Ich bin mit meinem Hund spazieren gegangen. Als wir fast zu Hause waren, fiel mir der Angeklagte auf. Ich kenne ihn nur vom sehen, wir haben uns aber nie miteinander unterhalten. Er fuhr zweimal mit hoher Geschwindigkeit an mir vorbei. Das dritte Mal knallte er in ein anderes Auto. Er sah sich den Wagen an, legte den Rückwärtsgang ein, und raste rückwärts davon. Nahm mich und meinen Hund fast noch mit. Ich musste zur Seite springen, damit ich nicht überfahren wurde. Er stieg aus dem Auto, kam zu mir und schlug mich drei Mal ins Gesicht. Ich fragte ihn, ob er sie noch alle hat. Ich hatte drei Wochen Genickschmerzen. Er stieg einfach wieder in seinen Wagen und fuhr weg. Zum Glück gab es noch Leute, die dies alles gesehen haben. Das würde mir sonst keiner glauben.“ Der Rechtsanwalt des Opfers forderte 2.500 Euro Schmerzensgeld.

Der Angeklagte blieb bei seiner Aussage, dass er sich an nichts erinnern könne. Richterin: „Sie haben doch auf der Polizei übernachtet. Das müssen sie doch noch wissen.“ Doch Daniel blieb stumm. Im Polizeibericht stand, dass er Alkohol getrunken hatte. Ein Alkoholtest wurde jedoch nicht durchgeführt. Die Beamten vermerkten, dass sie glauben, er sei krank.

Richterin: „Er steht zum dritten Mal hier, immer wegen des gleichen Delikts. Das letzte Mal im Mai 2007. Er hatte fünf Jahre Bewährung und müsste nun in Haft.“ Daniels Verteidiger: „Ich glaube er hatte an dem Tag einen Blackout. Er kann sich wirklich an nichts erinnern. Die Polizei sagte ja selbst, er hätte sich nicht unter Kontrolle. Er ist krank und weiß es nicht.“

Staatsanwalt: „Man kann nicht einfach so tun, als wäre nichts passiert. Wenn er krank ist und nicht in die Klinik geht, obwohl ihm sein Arzt dies sagte, hat er eine Schuld. Denn dann hätte ein Unschuldiger nicht leiden müssen. Ich fordere vier Monate auf Bewährung, aber nur weil die Verletzungen nicht so schlimm waren und wenn er sich in die Psychiatrie begibt. Dann sehen wir weiter.“

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