02.09.2010 / Juncker: Sightseeing, Zigarette und private Ehrung mit drei staatlichen Mitarbeitern

"Über Tief- und Kuhstraße spazierte Juncker zum Buttermarkt.“

Eigenbericht aus unserer Redaktion

Mehrere Stunden verbrachte Jean-Claude Juncker gestern im deutschen Kempen um mal wieder eine ganz persönliche Auszeichnung in Empfang zu nehmen. Diesmal heisst das Ding „Thomas a Kempis-Ehrenstele“ und die bekam er, wie bereits hunderte Male, für seine europäischen Verdienste. Und die Ankunft des Luxemburger Premiers, der also mal wieder einen privaten Orden abräumte, wurde so in der regionalen Presse zusammengefasst: „Die angenehme, gelöste Atmosphäre war schon bei der Ankunft der nur von einem Streifenwagen begleiteten BMW-Hybrid-Limousine aus Brüssel an der Paterskirche zu spüren. Jean-Claude Juncker, begleitet von Chauffeur und zwei Mitarbeiterinnen, kam eine halbe Stunde zu früh. (…) „Juncker genoss draußen an der Burgwiese erstmal das sonnig-warme Wetter. Er nahm einen Schluck aus einem heißen Kaffeepott, rauchte eine Zigarette, plauderte entspannt mit seinen Gastgebern, telefonierte etwas abseits mit dem Handy, derweil Radfahrer ihren Weg durch den Pulk suchten, und er fand schließlich: "Schön haben Sie's hier." (…)Sein guter Eindruck von der Thomasstadt verstärkte sich, als die Gastgeber den weltläufigen Premierminister auf touristischen Wegen durch Kempen führten: Über Tief- und Kuhstraße spazierte Juncker mit Propst Dr. Thomas Eicker als Stadtführer zum Buttermarkt.“

Bleiben zwei Fragen: Soll ein Luxemburger Premier mit Staatslimousine, Chauffeur und zwei Mitarbeiterinnen, also auf Kosten der Allgemeinheit, einen privaten Orden in Empfang nehmen? Und: Wer regiert noch in Luxemburg, wenn der Premier Sightseeing macht und der Vizepremier mit dem Fahrrad unterwegs ist?

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