27.01.2012 / Juncker: Kaputtreden bis zum bitteren Ende!
Könnte er denn nicht einmal Ruhe geben?
Eigenkommentar aus unserer Redaktion
Könnte er denn nicht einmal Ruhe geben? Luxemburgs unnachahmlicher Premier Jean-Claude Juncker wird zur eigenen Karikatur. Wie soll es auch anders sein, wenn man –wie gestern- ein paar launische Sätze im Parlament in Luxemburg spricht und dann eine standing ovation von (fast) allen Abgeordneten erhält. Die Selbstüberschätzung des Jean-Claude Juncker sucht seinesgleichen.
Jetzt verlangt er, trotz seines Scheitern als Eurogruppenchef ("Es liegt nicht im Spektrum meiner Ambitionen, dieses Amt weiterzuführen. Aber man muss jemanden finden, der es machen kann und will“), ein neues nationales Reformbündnis von den Griechen. Und kurbelt damit weiter die „never ending story“ des griechischen (und europäischen) Bankrotts an. Sonst gibt’s keinen zweiten Kredit (Die Aktienmärkte werden wohl kaum positiv auf diese Aussage reagieren und der Euro sowieso nicht). Juncker ist von den Griechen enttäuscht, ist aber nicht davon abzubringen, weitere Milliarden à fond perdu an dieses marode Land zu… verschenken. "Kein Land hält es aus, pausenlos am Pranger zu stehen", sagt Juncker, denkt an Griechenland, spricht aber auch unfreiwillig von der EU. Gleichwohl glaubt er nicht daran, dass Griechenland die Währungsunion verlassen wird. Kontradiktorischer und verwirrender geht es wohl kaum.
Und dann spricht er vollmundig und für alle von einem Schulden erlass an Griechenland. Solche Lösungsvorschläge halte er "nicht für völlig absurd. Es wäre aber absurd, sie jetzt öffentlich zu kommentieren", sagt Juncker. Zuerst gießt er Öl aufs Feuer und dann will er nichts weiter sagen. Eben typisch Juncker. Im Ländchen funktioniert das vielleicht, international richtet er damit wieder viel Unheil an.
Ausgezogen war er, um permanenter EU-Präsident zu werden. Die EU-Kommissionspräsidentschaft ließ er dafür sausen. Er wurde nur Eurogruppenchef. Und geht nun mit einer Bilanz, die der von Jacques Santer damals an der Spitze der EU-Kommission in nichts nachsteht!

