12.10.2011 / Jugendliche Räuber rissen Oma Handtasche weg: Sozialstunden statt Haft

Zuerst stolzb auf den geglückten Coup, dann kam die Reue...

Von unseren Gerichtsreportern, direkt und exklusiv aus dem Gerichtssaal

Es war einer der typischen Überfälle, die sich im Luxemburger Stadtpark immer wieder ereignen. Marc (21) und Yannick (20) beobachteten im Stadtpark drei ältere Damen. Dann spurtete Marc los, riss einer Oma die Handtasche aus der Hand. Aus Sichtweite des Opfers entledigten beide sich ihrer Jacken. Sie wurden später relativ schnell gefunden. Ihre Beute: 100 Euro, die sie unter sich aufteilten.

Das Räuberpärchen war so stolz auf den geglückten Coup, dass es ihn dem Freund Mike erzählten. Pech: sie wurden dabei belauscht. Mike musste zur Polizei, erzählte dort, was die beiden berichtet haben. Pikantes Detail: im Oktober 2009 wurde Mike von der Polizei verhört. Im Januar 2010 hatte sich noch immer keine Polizei bei Marc und Yannick gemeldet.

Da beide vom Verhör ihres Freundes wussten, stellte sich Marc der Polizei, gab seinen Handtaschenraub zu. Nur drei Tage später marschierte auch Yannick zur Polizei, stellte sich. Jetzt standen beide vor dem Bezirksgericht Luxemburg, gaben ihre Tat zu. Yannick: ,,Es passt vielleicht nicht hierher, doch wir haben versucht nicht aggressiv gegenüber der Dame zu sein.“ Immer wieder schaut der Angeklagte bei seiner Befragung zu Boden, wirkt betroffen. Richterin: „Ihr seid nicht vorbestraft, die Polizei sagte uns, dass ihr keine Kriminellen seid und ihr habt euch selbst der Polizei gestellt. Da kam das schlechte Gewissen durch. Das hier sollte euch eine Lehre sein und wir hoffen, euch beide nicht mehr hier wiederzusehen. Ihr wisst, dass es auf solch eine Tat normalerweise fünf Jahre Haft stehen.“

Staatsanwalt: „Ich fordere sechs Monate Haft, aber nur weil keiner verletzt worden ist. Ich gebe euch die Chance, dass ihr anstatt Gefängnis die Strafe auch abarbeiten könnt.“ Richterin: „Seid ihr damit einverstanden, wenn das Gericht entschieden hat, dass ihr anstatt ins Gefängnis zu gehen auch Sozialstunden ableistet. Das muss ja nicht alles auf einmal sein, doch in den Ferien oder an freien Tagen.“ Beide waren mit dieser Lösung einverstanden.

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