08.09.2010 / Geklaute Luxemburger Bankdaten auf CDs : Bereits vor 15 Jahren…

Damals wollte keiner die 50 000 „Microfiches“- Kontodaten der KB-Lux kaufen

Exklusivbericht aus unserer Redaktion

Tausende von Deutschen strömen regelrecht zu ihren Finanzämtern und machen Selbstanzeige. Darunter auch einige Hundert, die bis dato Kunden in Luxemburger Finanzinstituten waren. Zu groß ist ihre Angst, auf irgendeiner dieser Listen, dieser CDs zu stehen, die ja momentan nur so in Deutschland herumgereicht werden und auf denen Namen und Koordinate von deutschen Staatsbürgern stehen, die ihr nicht immer legal Erspartes auch im (noch) diskreten Luxemburg horten. Nicht mal 10 Prozent derer, die sich durch ihre Selbstanzeige selbst verraten, stehen auf solchen Listen, die unzufriedene undunehrliche Bankangestellte u.a. aus Luxemburg in ihren Banken abgezweigt haben. 90% zeigen sich also ohne Grund an.

Dabei ist diese s Modus operandi eines indelikaten Bankangestellten, der gegen Geld seine Informationen an Steuerverwaltungen abgibt, nichts Neues. So hat auch ganz beiläufig die Staatsanwaltschaft Saarbrücken angedeutet, dass man ihr bereits vor gut fünfzehn Jahren solche Listen aus Luxemburg angeboten hatte. Die man damals, im Gegenteil zu heute, nicht kaufte.

„Lëtzebuerg Privat“ ist in der Lage aufzudecken, wer denn damals mit diesen Listen (sie waren auf sogenannten „Microfiches“ gespeichert) nicht nur in Saarbrücken, sondern auch in Trier und Düsseldorf vorstellig wurde: der Ex-KB-Lux-Angestellte Antonino Costa, der jahrelang Mitte der Neunziger versuchte, rund 50 000 Kundendaten aus seiner Luxemburger Bank in mehreren Ländern an den Mann zu bringen. Damals noch vergebens. Heute würde der inzwischen in Belgien lebende Costa sicherlich eine Menge Geld mit dieser Art von Informationen machen…

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