31.01.2012 / „Es sind doch nur Kinder!“ Und schon gibt sich der Staat ohnmächtig

Vom Einsatz der Handschellen bei Minderjährigen

Der Aufschrei war groß! „In Luxemburg sind Kinder in Handschellen aus der Haftanstalt Schrassig geführt worden, bevor sie in die Hände ihrer Eltern übergeben wurden.“ Blitzschnell verurteilen Menschenrechtler, Kinderschützer und Déi Gréng medienträchtig solche Maßnahmen. Ohne allerdings die Kehrseite einer solchen Maßnahme zur Kenntnis zu nehmen.

„Der Einsatz der Handschellen bei der Freilassung der beiden Minderjährigen war wegen ihres gewalttätigen Verhaltens“, lautet die Erklärung. Es ist richtig, Kinderkriminalität ist oft ein vorübergehendes Phänomen. „Entwicklungsbedingt“, wie Psychologen sagen. Dennoch gibt es eine kleine, aber stetig wachsende Zahl von Kindern, die schon sehr früh und mit beängstigender Zielstrebigkeit eine kriminelle Karriere beginnen.

Die Eltern, oft selbst mit Problemen behaftet, sind überfordert. Jugendämter und Foyers sind mit ihrem Latein rasch am Ende. Die Polizei hat bereits resigniert, weil die Kinder morgens verhaftet, nachmittags wieder laufen gelassen und am nächsten Tag schon wieder verhaftet werden. Die Staatsanwaltschaft gibt bedauernd zu Protokoll, dass die Täter nicht strafmündig sind.

Was bleibt sind schutzlose Bürger, bei denen eingebrochen wird, die beklaut werden oder deren Kinder terrorisiert werden. Was bleibt ist ein Staat, der nicht mit kriminellen Kindern fertig wird. Der ohnmächtig vor einer kleinen Bande von Mini-Kriminellen steht. Welch ein Bild! Es sind doch nur Kinder!

Wären Menschenrechtler, Kinderschützer und Déi Gréng so schnell bei der Schaffung von politischen Lösungen, wie sie gegen die Handschellen für gewalttätige Kinder protestieren, dürfte das Problem hochkrimineller Kinder bald gelöst sein.

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