11.10.2011 / Einbrüche in 17 Gemeinden - Kollektiver Gedächtnisverlust
Einbrecherbande kam aus dem Kosovo
Von unseren Gerichtsreportern, direkt und exklusiv aus dem Gerichtssaal
Eins wurde im Prozess gegen die Einbrecherbande aus dem Kosovo direkt klar, viel ist aus den Männern nicht herauszuholen. Fetim, Faton, Letan und Adrian beriefen sich vor dem Bezirksgericht Luxemburg darauf, nichts mehr von ihren Einbrüchen zu wissen. Kollektiver Black-Out. Bei der Einbruchsliste, die das Gericht den Angeklagten zur Last legt, ist es auch schwierig, den Überblick zu behalten. Auf das Konto der Bande sollen Brüche in Bascharage, Lamadelaine, Düdelingen, Kleinbettingen, Petingen, Schifflingen, Sanem, Bettemburg, Moutfort, Nagem, Alzingen, Itzig, Grevenmacher, Leudelingen, Goeblingen, Goetzingen und Metzdorf in Deutschland (an der Sauer gegenüber von Moersdorf) gehen. Außerdem wurde ihnen ein Autodiebstahl zur Last gelegt. Mit dem Wagen fuhren sie zum einem der Tatorte und brachten die Beute weg. Darüber hinaus wurde ein ganzes Waffenarsenal sichergestellt: Messer, ein Samurai-Schwert, eine Gas- und eine richtige Pistole.
Die Indizienkette gegen die Einbrecherbande aus dem Kosovo ist erdrückend. Die Handy-Ortung der Vier gibt an, dass sie zur Tatzeit in der Gegend der Tatorte waren. Es wurden Fußabdrücke an mindestens einem Tatort gefunden, die zu Schuhen von Fetim gehörten. Außerdem wurden Gegenstände bei den Männern aus dem Kosovo sichergestellt, die eindeutig Einbrüchen zugeordnet werden konnten. Diebesgut, wo Namen der Geschädigten drauf standen. Richterin: „Ich hätte wenigstens Sachen geklaut, auf denen kein Name steht.“
Nur stockend gaben die Angeklagten zu, Einbrüche begangen zu haben. Faton: „Ich war nur vier bis fünf Mal in Häusern. Bei vier oder fünf Einbrüchen war ich nur der Fahrer.“ Letan: „Ich weiß nur von vier bis fünf Einbrüchen, bei denen ich dabei war.“ Adrian wurde von der Richterin für den Autodiebstahl verantwortlich gemacht. Auf die Frage, warum sie die Einbrüche begangen haben, erklärte Faton: „Weil wir kein Geld und keine Arbeit hatten.“
Der Prozess wird fortgeführt.


