22.02.2012 / EXKLUSIV/ Korrupte Polizisten schleppen Puffdamen ab!

Jos Hoffmanns legendäres "Zum Schweigen verdammt" (XIV)

Die Nacht war sehr lang an diesem Tag, irgendein Tag im Januar 1980...Ich hatte es mir in meinem Büro über dem „Splendid“ in Luxemburg gemütlich gemacht und las die Zeitungen des Tages. Da klingelte das Telefon. Ich hob den Hörer ab. Am anderen Ende der Leitung meldete sich eines der Mädchen aus dem „Domino“.

- Ich möchte Ihnen mitteilen, Herr Hoffmann, dass wir heute Nacht besser daran täten, pünktlich um drei Uhr zu schließen. Wir werden Besuch von der Gendarmerie erhalten.

- Okay, serviert die letzten Gläser um 2.45 und löscht das Licht um Punkt drei Uhr. Dann wird es keine Probleme geben.

Ich vertiefte mich wieder in die Lektüre der Zeitung, aber ich fühlte mich nicht wohl in meiner Haut. Ich spürte, das irgendetwas passieren würde. Ich ging hinunter in die Bar.

Es war nicht viel los, nur wenige Kunden befanden sich an der Bar. An der Theke stand ein Gendarm in Uniform. Als er mich sah, rief er mich zu sich.

- Was kann ich für Sie tun, fragte ich höflich.

- Nichts Besonderes. Nur dass sie heute das „Domino“ um Punkt drei Uhr schließen, und nicht erst um fünf, wie das sonst so üblich ist. Das ist alles.

Ich stellte keine weiteren Fragen, sondern begab mich sofort ins „Domino“.

Das Mädchen, das mich vorhin angerufen hatte, war froh, mich zu sehen.

- Gut, dass Sie gekommen sind, Herr Hoffmann. Ja, dieser Gendarm war vorhin hier und sagte mir, dass er heute nacht mit zu mir nach Hause kommen möchte. Ich gab ihm zu verstehen, dass das unmöglich sei, da ich bis mindestens fünf Uhr hierbleiben müsste. Daraufhin sagte er mir, ich solle mir deswegen keine Sorgen machen, er würde sich darum kümmern, dass ich um drei Uhr frei bekäme. Er würde vor dem „Domino“ auf mich warten, bis ich die Kasse abgeschlossen hätte.

- Und was werden Sie jetzt tun, fragte ich das Mädchen.

- Was soll ich schon tun, Herr Hoffmann? Ich in meiner Stellung und er in seiner Uniform...ich habe keine andere Wahl.

Ich war sehr nervös und fand die Handlungsweise des Beamten unmöglich. Ich suchte Fritz im „Palace“ auf und wir beschlossen, um drei Uhr vor dem „Domino“ zu warten, um die Aussage des Mädchens zu überprüfen. Und tatsächlich, das Gendarmerieauto stand bereits vor dem Nachtlokal.

Um halb vier verließ der Gendarm mit den letzten Kunden und dem Mädchen die Bar. Das Mädchen schloss das Lokal ab und stieg mit dem Beamten in den Dienstwagen.

- Da ist schon wieder eine geschnappt worden, schrie noch einer der Kunden, dessen Zustand man kaum noch als nüchtern bezeichnen konnte.

Wir folgten dem Lieferwagen der Gendarmerie. Er fuhr nicht zum Kommissariat, sondern bog in die Straßburger Straße ein, wo der Gendarm seinen Wagen vor einem Wohnhaus anhielt. Der Uniformierte stieg mit dem Mädchen aus und sie verschwanden in dem Haus.

Der Gendarm beging also das gleiche Vergehen, für das er Leute wie Fritz und mich normalerweise protokollierte....

Tags darauf vereinbarte ich eine Unterredung mit einem Vorgesetzten unseres Beamten vom Vortage. Bei diesem Gespräch war auch Kommandant Bourg anwesend.

Ich erzählte den beiden Beamten in allen Einzelheiten, was sich im „Domino“ zugetragen hatte, und legte Wert darauf, ihnen mitzuteilen, dass dies bereits das dritte Mal war, dass ein Gendarm sich derart benahm.

Drei Wochen später hatte erneut die gleiche Mannschaft der drei Gendarmen Dienst im Bahnhofsviertel. Einer von ihnen stattete uns einen Besuch ab, Fritz und mir.

- Nun gut, Freunde, ihr habt euch ja schön mit dem Hintern in die Brennnesseln gesetzt. Ihr hättet besser daran getan, nicht zu meckern.

Derartige Drohungen konnten uns nicht einschüchtern. Was ich nicht wusste, war, dass dies nicht meine letzte Begegnung mit Gendarmen dieser Gattung war...

Fortsetzung Morgen

TEIL XIII

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