12.02.2011 / EU-Parlament: Luxemburg und Straßburg wieder in der Schusslinie
Und jährlich grüßt das Murmeltier...
Eigenbericht aus unserer Redaktion
Und wieder wird an Luxemburg als einer der drei europäischen Sitze des EU-Parlaments gerüttelt. 91 Prozent der Europa-Abgeordneten und ihrer Assistenten wollen nur noch einen Parlamentssitz in Brüssel.
Jeden Monat machen sich die 736 Europa-Abgeordneten gemeinsam mit ihren Assistenten, mit Angestellten der Parlamentsverwaltung, Dolmetschern und Sicherheitspersonal zur Reise von Brüssel nach Straßburg auf. Vier Tage später geht es wieder zurück. Und auch die Sekretariats-Mitarbeiter aus Luxemburg müssen immer wieder zwischen den beiden Städten hin und her reisen. Und die Funktionäre aus Brüssel und Strassburg müssen dann auch noch gelegentlich, parallel zu ihren Mammut-Reisen zwischen den beiden Hauptstädten, noch einen Schwenker nach Luxemburg machen. Im Jahr kostet dieser Wanderzirkus laut einer neuen Studie 180 Millionen Euro an europäischen Steuergeldern. Er verursacht 19.000 Tonnen CO2 und behindert die Arbeit des Parlaments in gewaltigem Ausmaß. Und so kommt es dann auch, dass 91 Prozent der befragten Abgeordneten und Assistenten sich nur noch einen Arbeitsplatz in Brüssel wünschen.
Sollte sich die EU eines Tages auf nur noch einen Parlamentssitz einigen, würden freilich nicht nur die Straßburger oder Luxemburger Hoteliers und Taxifahrer eine lukrative Einnahmequelle verlieren. Insgesamt, so rechnet die Studie, könnte das Parlamentspersonal um 317 Dienststellen reduziert werden.


