24.01.2012 / Autofahrer wollte Anhalterin vergewaltigen

Sex-Opfer vor Gericht: „Als ich seinen Penis sah, presste ich meine Beine ganz fest zusammen“

Von unseren Gerichtsreportern, direkt und exklusiv aus dem Gerichtssaal

Die Tat geschah im Juli 2009. Nun kam es endlich vor dem Bezirksgericht Luxemburg zur Verhandlung. Die Staatsanwaltschaft wirft dem kräftigen Portugiesen versuchte Vergewaltigung vor. Laut Anklagevertretung las C. die holländische Anhalterin Anna in Luxemburg auf, nahm sie mit und verlangte unterwegs Sex.

Anna: „Ich war auf einem Konzert in Luxemburg, wollte per Auto-Stopp zurück nach Holland. Ich stellte mich in der Nähe des Bahnhofes an den Straßenrand, wollte in Richtung Arlon. Plötzlich hielt ein Wagen. Der Fahrer bot mir an, mich bis Capellen mitzunehmen. Unterwegs hielt er an, sagte er müsste. Er sprach nur gebrochen französisch, aber ich konnte ihn verstehen. Als wir anhielten fragte er mich, ob ich ficken will. Ich sagte nein. Danach zwängte er mir seine Hand zwischen meine Beine.“

Annas Stimme flattert, stockend erzählt die junge Frau weiter: „Ich packte meine Tasche, riss die Tür auf und rannte los. Er stieg sofort aus, rannte um den Wagen, stürzte sich auf mich, hielt mich fest, riss mir die Hose runter. Dann versuchte er seine Hose auszuziehen. Als ich seinen Penis sah, presste ich meine Beine ganz fest zusammen, schrie um Hilfe. Doch es konnte mich niemand hören.“

Stotternd und mit zitternder Stimme fährt Anna fort: „Plötzlich konnte ich mich befreien, griff meine Tasche, lief über eine Wiese davon. Ich versuchte keine Straßen zu benutzen, da ich Angst hatte, ihm wieder über den Weg zu laufen. Da ich mich nicht auskannte, blieb mir nichts anderes übrig, als dann doch an der Straße entlang zu gehen. Meine Ängste wurden wahr. Er fuhr an mir vorbei, bremste und wollte sich entschuldigen. Ich lief davon. In einer ruhigen Nebenstraße traf ich einen jungen Mann, der mich bis Capellen mitnahm.“ Hier ging Anna zu Polizei.

C.: „Ich habe sie nicht sexuell belästigt oder versucht sie zu vergewaltigen. Ich war unterwegs zu meinem Onkel. Wir wollten in Remich angeln gehen.“ Auf die Anmerkung der Richterin, dass er Richtung Arlon nach Remich fahren wollte, verstrickt er sich in Widersprüche, gibt an, den Weg nicht genau zu kennen. Der Angeklagte kann sich die Anschuldigungen der jungen Anhalterin nicht erklären. „Ich habe weder versucht sie zu berühren, noch machte ich ihr sexuelle Angebote.“

Anna leidet noch heute unter diesem Vorfall: starke psychischen Probleme, leidet unter Verfolgungswahn, extrem körperlichem Stress und wird in ihrem täglichen Leben stark beeinträchtigt. Sie klagt auf ein Schmerzensgeld von 15.000 Euro.

Die Verhandlung wird an einem anderen Tag fortgesetzt.

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