21.02.2012 / Aggressiver Sohn tyrannisierte Mutter
Bruder griff ein, jetzt droht ihm Geldstrafe
Von unseren Gerichtsreportern, direkt und exklusiv aus dem Gerichtssaal
Eigentlich wurde Michel angegriffen, als er sich für seine Mutter einsetzte. Und zwar vom eigenen Bruder. Dennoch sitzt er auf der Anklagebank des Bezirksgerichts in Luxemburg.
Michel: „Mein Bruder Christian war schon immer aggressiv, auch schon ein paar Mal in der Psychiatrie - wegen Gewaltdelikten und Drogenmissbrauch. Er hat vor acht Jahren einen Brand in einem Haus gelegt. Der konnte aber gelöscht werden. Ich dachte, das wäre schon schlimm. Aber seit er aus Marokko zurück ist und seine Frau dabei hat, ist es richtig schlimm geworden. Er behandelt meine Mutter wie einen Geldautomaten. Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, verkauft er. Er versteckt alles, damit unsere Mutter zum Geldautomaten geht, um die verschwundenen Sachen zu ersetzen. Sogar Essen aus dem Kühlschrank.“
„Meine Mutter ist am 21. Julie 2011 fast gestorben. Das war meinem Bruder völlig egal. Er ließ sie liegen. Ich brachte meine Mutter sofort ins Krankenhaus, drei Wochen war sie im Krankenhaus. Als meine Mutter wieder gesund war, im Bett liegen musste, wurde Christian noch schlimmer. Er klopfte an die Haustür, und weil meine Mutter nicht schnell öffnen konnte, schlug er die Fenster in der Haustür ein“, so der Angeklagte.
Michel weiter: „Ich konnte nur noch ausflippen, beschimpfte Christian. Er schnappte sich einen Barhocker, versuchte auf mich einzuprügeln. Ich schubste ihn zur Seite. Er fiel um und das war’s!“ Die Richterin: „Ah, er fiel einfach so um. Davon hatte er auch die zwei blauen Augen und die blutige Nase?“
„Also ich glaube nicht, dass sie ihren Bruder Christian einfach nur umstießen. Sie wiegen locker 100 bis 110 Kilo, ihr Bruder nur 43. Das ist zu viel Gewichtunterschied. Ich fordere für den Angeklagten eine Geldstrafe, die an sein Einkommen angepasst ist“, so die Staatsanwältin.
Das Urteil soll am 8. März fallen.


